Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen

IG Golden Pass Montreux–Luzern

Countdown zum Golden 13. Dezember 2020

Aus Simmentalersicht ist die Interessengemeinschaft Golden Pass auf der Zielgeraden. An der 29. Generalversammlung in Interlaken wurde den alten Bahn-Visionären bewusst, dass bald Golden-Pass-Züge von Montreux nach Interlaken umsteigefrei verkehren werden. Mit kleinem Budget ist die IG stark im Lobbying. Ob das Ziel Montreux–Luzern wahr wird, hängt von Infrastruktur-Entscheiden der Bundesversammlung zum Grimseltunnel ab.

rating rating rating rating rating
Countdown zum Golden 13. Dezember 2020

Dank der Umspuranlage Zweisimmen wird die umsteigefreie Fahrt Montreux–Luzern bis Interlaken bald Wirklichkeit, zur Freude der Lok G 208, IG-Präsident Karl Vogler (links), Marianne Messerli aus der Lenk und Projektleiter Rob Laan.

Die Bahnvisionäre für den umsteigefreien Golden Pass Montreux-Luzern sind in die Jahre gekommen, doch ihr Einsatz hat sich gelohnt. Aus den sechs Kantonen entlang der Golden Pass-Linie Waadt, Freiburg, Bern, Obwalden, Nidwalden und Luzern folgten sie der Einladung vom Obwaldner Nationalrat und Präsident Karl Vogler zur 29. GV der IG Golden Pass ins Depot der Ballenberg Dampflokomotiven beim Bahnhof Interlaken Ost, aber auch passionierte Bähnler aus der ganzen Schweiz kamen.

IG Golden Pass erreicht mit wenig Mitteln Grosses
Nach der 2017-Generalversammlung in Zweisimmen war das Simmental in Interlaken einzig durch die Lenker Gemeinderätin und MOB-Verwaltungsrätin Marianne Messerli vertreten. Zusammen mit Berner Visionären der ersten Stunde wie alt Präsident Hanspeter Seiler und Walter Twerenbold freute sie sich, dass der Countdown für die grosse Bahnattraktion in Zweisimmen läuft. Die Ingenieur-Spitzenleistung «Umspuranlage» wird viele Bahnfreaks bald in Zweisimmen einen Halt machen lassen.

Die IG Golden Pass handelt mit einem Minibudget. 2017 ging sie bei einem Ertrag von 7500 Franken sogar einen budgetierten Jahresverlust von 11300 Franken ein. So hat die IG auch 5000 Franken an den Masterplan Zweisimmen für ein attraktiveres Umfeld beim Bahnhof gesprochen. Für die IG ist das Lobbying in Bundesbern durch Präsident Karl Vogler wichtig. Zum politischen Kalkül gehört es, dass Dres von Weissenfluh von der IG Grimseltunnel anstelle vom zurücktretenden Roland Künzler in den Verwaltungsrat gewählt wurde, um vereint die Ziele Golden Pass und Grimseltunnel verfolgen zu können. Für Präsident Karl Vogler könnte es schon bald logisch sein, den Verein IG Golden Pass aufzulösen. Die statutarischen Geschäfte passierten zügig und einstimmig.

Das magische Datum 13. Dezember 2020
Spannend waren die Ausführungen von Rob Laan, Projektleiter «Umspuranlage Zweisimmen». Er hat die Herkulesaufgabe, aus technischer Neuheit auf Papier eine funktionstüchtige Bahnattraktion zu machen. Das ist viel mehr als die zwei Firmenkulturen MOB und BLS miteinander zu verbinden.

Der Bahnhof Zweisimmen ist es zum Glück gewohnt, geduldig zu warten. Wer spricht heute noch davon, dass der erste Zug der Erlenbach-Zweisimmen-Bahn 1902 statt am 1. Juli erst am 1. November mit der Aufschrift «Verzeiht mir meine Terminübertretung» feierlich im Bahnhof Zweisimmen eingefahren ist?

Die nächsten Meilensteine für Rob Laan sind im September der Einbau der Umspuranlage in Zweisimmen, die Lieferung des Drehgestell-Prototyps durch Alstom im November und dann testen, testen, testen im hoffentlich harten Winter. Zurzeit werden die letzten Designdetails der bei Stadler bestellten Golden-Pass-Züge erstellt. Züge, die von nicht umspurfähigen Traktionen der MOB (Triebwagen 9000) und BLS (RE 465) getrieben werden. Am 13. Dezember 2020 soll die Weltpremiere auf Gleis 7 in Zweisimmen eingeweiht werden. Die Wagen sollen dann mit 15 km/h durch die Umspuranlage Spurbreite und Höhe ändern – ein grandioses Projekt.

Stand beim Grimseltunnel
Mit der 23-Kilometer-Strecke Innertkirchen–Oberwald und dem Grimseltunnel könnten die zwei grossen Schweizer Zuglinien St. Moritz–Zermatt und Montreux–Luzern elegant miteinander verbunden werden. Geht es bei der Fahrt auf das Jungfraujoch um möglichst kurze Fahrzeiten, fahren die grossen Schweizer Schmalspurlinien in einer ganz anderen Tourismusnische, wo Zeit als Genuss und Luxus zelebriert werden. Dres von Weissenfluh orientierte über den Stand an der Grimsel. In letzter Minute konnte das Projekt, das Eisenbahn und Starkstromleitung in einem Tunnel kombinieren will, in die eidgenössische Planung Bahninfrastruktur 2030/35 eingegeben werden. Gibt die Bundesversammlung Ende 2019 grünes Licht, könnte Grimsel-Baubeginn frühestens 2027 möglich sein. Dieser politische Beschluss wird dann entscheiden, ob in Interlaken-Ost eine Umspuranlage, die auch für die umsteigefreie Fahrt Montreux–Luzern entscheidend ist, gebaut werden kann. Das ist ein Blick in ferne Zukunft.
Faszination Dampflokomotiven auch an der Lenk
Im Depot der Ballenberg Dampfbahn werden Dampflokomotiven der alten Brünigbahn mit viel Herzblut renoviert. Im Anschluss an die Generalversammlung wurde ein Film über die guten alten Dampfzeiten gezeigt und wie die Loks G 3/4 208 und HG 3/3 1067 in neuem Glanz erstrahlen. Dies zur Freude von Marianne Messerli als Präsidentin der Dampfbahntage Lenk Golden Pass. Am 1. und 2. September wird eine Lokomotive der Museumsbahn Blonay–Chamby auf der Linie Zweisimmen–Lenk wie auch eine Gotthard Postkutsche an der Lenk verkehren.

Erstellt am: 21.07.2018

Artikel bewerten

rating rating rating rating rating
Kommentare
Interessante Artikel