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Die Saanerslochbahnen und deren Anfang

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Die Saanerslochbahnen und deren Anfang

Die Gondel der Saanerslochbahn.

Eine 39-jährige Geschichte mit vielen Emotionen geht in eine weitere Runde. Am Ostermontag wird die letzte Poma-Gondel zum Saanerslochgrat rattern, vergleichbar mit der französischen Ente (Citroen 2CV). Wie die Ente war auch die SLG-Gondel etwas Ausserordentliches, war es doch die erste konzessionierte 6er-Gondelbahn der Schweiz mit einer Fahrgeschwindigkeit von 4,5 m/Sek. Unser Wunsch fand nicht eitel Freude bei allen Beamten in Bern, zum Glück konnten wir einen, vor der Pensionierung stehenden einflussreichen technischen Beamten überzeugen, eine solche Bahn in Frankreich zu besichtigen. Der Besuch bei der Firma Poma überzeugte auch diesen Beamten; die Poma war damals der weltgrösste Hersteller von Bergbahnanlagen, welche durch die Seilbahnfirma Baco in Steffisburg vertreten wurde. In Frankreich konnten wir mehrere Poma-Gondelbahnen besichtigen.

Das Bundesamt für Verkehr war mit der identischen Erstellung einer solchen Anlage nicht einverstanden. Wir einigten uns, dass die elektrische Antriebs- und Sicherheitsanlage von Schweizer Firmen eingebaut werden müsse und nur der mechanische Teil aus Frankreich kommen solle. Dieser Entscheid war wohl richtig, führte aber anfangs zu grossen Schwierigkeiten, da die Franzosen ein ganz anders Sicherheitskonzept hatten. Trotz allen Problemen sind die Sportler dem Skigebiet treu geblieben. Tagesfrequenzen von bis zu 10000 Personen wurden mehrmals erreicht.

Durchgangsrechte
Die Erschliessung war schon 20 Jahre vor deren Bau in vielen Köpfen, jedoch war ein auswärtiger Landbesitzer nicht einverstanden, eine Bahn über sein Land zu gewähren. Einer neuen Gruppe ist es gelungen, das Durchgangsrecht zu erlangen, was dann auch dazu führte, dass alle am Berg den gleichen Regelungen zustimmen konnten.
Der Baubeginn 1979
Drei Architekten planten schöne Gebäude. Das Bauvolumen war enorm und musste gut in die Landschaft eingebettet werden, was auch gelang. Alle Stationen stellten eine grosse Herausforderung an die Handwerker, in sehr kurzer Zeit mussten viele Arbeiten erledigt werden. Tal-, Mittel- und Bergstation mit Restaurant, die Chaltenbrunnen Sesselbahn, der Saanerslochskilift, die Erschliessungsstrasse, Strom, Wasser- und Abwasserleitungen mussten termingerecht erstellt werden.
Zusammenschlüsse
Natürlich stellte die neue Saanerslochbahn andere Bahnen vor einige Probleme, doch konnten mit allen Nachbaranlagen tragbare Lösungen gefunden werden. In der Folge wurde in den Verwaltungsräten an Zusammenschlüssen gearbeitet, sodass die Bahnen von Saanenmöser und St. Stephan zusammenarbeiten konnten. Um das Gebiet zu einer wirklichen Einheit zusammenzufügen, wurden noch die zwei Verbindungssesselbahnen zum Rinderberg erstellt. Nun sind die Skigebiete von Schönried–Saanenmöser–Zweisimmen und St. Stephan verbunden und bieten auch bei schlechtem Wetter ein herrliches Vergnügen.

Die neue, zehn Personen fassende Gondel wird eine weitere Möglichkeit sein, sich im harten Tourismusgeschäft zu behaupten. Alte Bekannte und neue Freunde werden kommen und sich an den vielen schönen Skiabfahrten der Region, mit maximal präparierten Pisten erfreuen. Möge die neue Bahn ab nächstem Winter auch wieder 40 Jahre ihren Dienst versehen. Allen, welche das schöne Werk verwirklichen helfen, wünsche ich viel Glück.

Erstellt am: 29.03.2018

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