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30-Jahre-Jubiläum der Alphorngruppe Saanenland-Pays-d’Enhaut

Ein Leben mit der Musik: Fritz Frautschi

30 Jahre Alphorngruppe Saanenland-Pays-d’Enhaut und Schönrieder Alphorntage – das variierte Konzertprogramm begeisterte das Publikum, die musikalische Laufbahn von Organisator und Leiter Fritz Frautschi fasziniert.

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Ein Leben mit der Musik: Fritz Frautschi

© Charlotte Engstad

Fritz Frautschi, Organisator und musikalischer Leiter der Schönrieder Alphorntage und der Alphorngruppe Saanenland-Pays-d’Enhaut.

Rund 150 Personen warteten im Nieselregen auf dem Sanonaplatz beim Restaurant Landhaus in Saanen auf das Konzert der Alphorngruppe Saanenland-Pays-d’Enhaut, welche am Sonntag, 30. Juni, das dreissigjährige Bestehen der Gruppe und der Schönrieder Alphorntage feierte. Das Ensemble, welches aus Mitgliedern aus dem Pays d’Enhaut, dem Saanenland, Zweisimmen und Spiez besteht, beeindruckt durch seine Mehrsprachigkeit: Es wird Hochdeutsch, Mundart, Französisch und Englisch gesprochen.

Beeindruckendes Konzert mit klassischen Kompositionen

Fritz Frautschi aus Schönried, Gründer der Alphorntage und der Gruppe, hiess am letzten Sonntag willkommen. Das abwechslungsreiche Konzert wurde mit dem Prélude zum Te Deum von Marc-Antoine Charpentier eröffnet. Klassische Kompositionen sind selten Teil des Alphornrepertoires, doch können Stücke, die dazumal für Naturtrompeten geschrieben wurden, auch von Alphörnern gespielt werden.

Eine faszinierende, musikalische Laufbahn

Fritz Frautschi hat den Boom der Volksmusik und den Aufbau der Musikschulen auf dem Land hautnah miterlebt. Von Musikstunden beim Briefträger zum Musiklehrer, Kursleiter und Produzent von Mundstücken, seine musikalische Laufbahn fasziniert. Er erzählte: «Briefträger Heinz Hefti in Schönried hat mit uns geübt, wir waren ungefähr 25 Kinder und Jugendliche. Ich habe mit der Trompete begonnen und konnte keine Noten, wir haben darübergeschrieben, welche Ventile man drücken muss.

Nach einem Jahr hörte Heinz Hefti auf und drei von uns gingen nach Gstaad, wo ein Mitglied der Musikgesellschaft uns unterrichtete. Ein Jahr später wurde dann die Musikschule gegründet und ich erhielt Unterricht bei Markus S. Bach. Bis dahin hatte ich fast nie geübt! Die Gstaadmusik zahlte teilweise für unseren Unterricht, 300 Franken waren damals sehr viel Geld.

Markus S. Bach gründete die BBO (Brass Band Berner Oberland), den Schweizer Solo- und Quartettwettbewerb und nahm mich einfach mit. Dann kamen Musiklager auf und die nationale Jugendbrassband wurde gegründet, die Lehrer waren Spitzenbläser und Dirigenten aus England.»

Neue Technologie für Mundstücke

Nach der Lehre in Uetendorf als Maschinenmechaniker etablierte Fritz Frautschi eine Firma in Schönried. Bald wurde er als Aushilfe für die Musikschule angefragt, er bildete sich berufsbegleitend zum Musiklehrer weiter und unterrichte an der MSSO (Musikschule Obersimmental-Saanenland). Daneben spielte er zwanzig Jahre in der BBO und dirigierte sechs Jahre die Musikgesellschaft Lenk. Als er mit dem Alphorn begann, fand er kein Mundstück, das ähnlich war wie sein Cornet-Mundstück: «Ich sagte mir, als Mechaniker muss ich das herstellen können. Ich hatte Drehbänke und wusste, was das Innenleben eines Mundstücks ausmacht. Meine Produkte waren sofort viel besser als die Erhältlichen, welche von Hand gedrechselt und darum ungenau ausgeformt waren.»

Ein Leben mit der Musik: Fritz Frautschi

© Charlotte Engstad

Der Gesamtchor hatte fast nicht Platz auf der Bühne.

Erstellt am: 05.07.2024

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