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«Radar»-Wirtshausgeschichten

Von Hans Matti

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Unglaublich, was in unseren Dörfern und Restaurants im heutigen IT- und Handyzeitalter für Märchen erzählt werden. Trudi Gerster könnte staunen! Nun, liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, ich möchte Sie mit meinem Leserbrief zwecks Radar in Reidenbach etwas aufklären. Die Wahrheit ist die: Es ist der Gemeindebehörde Boltigen und dem Kanton seit Jahren bekannt, dass die Geschwindigkeiten bei weitem überschritten werden.

Im September 2016, als wir in den Ferien weilten, installierte die Kantonspolizei ein mobiles Radargerät auf unserem Parkplatz. Dies hatte zur Folge, dass geblitzte Autolenker und protestierende Dorfbewohner sich mit Hupkonzerten Luft machen mussten. Nicht nur wir, auch andere Dorfbewohner wurden mit den Hupkonzerten beglückt. Zwei Junglenker, die ich beim Hupen erkannt und per Einschreibebrief mit Kopie an die Polizei gebeten habe, den Unsinn zu unterlassen und mit mir zu reden, stellten das Gehupe ein.

Jetzt, 15 Monate später, stellte die Kantonspolizei am 28. November 2017 erneut den Radar auf und der Protest mit Hupen ging los. Ich frage mich, ob die Huper wohl das Gaspedal mit dem Horn verwechseln und ob sie in andern Dörfern auch solche Konzerte loslassen. Inzwischen wurden einige Fahrzeuglenker beim Hupen erkannt, dabei sogar zwei ehemalige Gemeindeverwaltungsangestellte.

Warum ärgern sich die Leute? Was haben die Leute für Probleme? Warum halten sich 45 Prozent der Fahrzeuglenker nicht an die Verkehrsregeln und gefährden andere damit? Im Radar-Abschnitt ist 50 km/h erlaubt, doch 45 Prozent der Fahrzeuglenker fahren zwischen 56 und 100 km/h, 100 km/h ist Rasen. Es ist erstaunlich, wie die Leute wegen dem Radar sich in die Zeit von Trudy Gerster versetzen und an das Märchen glauben, dass ich mit 50 Prozent der Radareinnahmen belohnt werde. Diese Meinung verbreitet sich im Dorf wie ein Lauffeuer und das bei Jung und Alt. Muss ich befürchten, dass mir der Radarplatz durch andere Hausplatzeigentümer wegen dem hohen Einkommen der Radarbussen streitig machen?

Ich kann euch Mitbürgerinnen und Mitbürger beruhigen: Weder der Kanton noch die Kantonspolizei zahlt an mich Radarstandplatzmiete, weder noch 50 Prozent von dem Bussen-Einkommen. Der Kanton und der Staat besitzen mehr Rechte als wir Bürger.

Warum die Radarkontrollen? Seit acht Jahren läuft die Lärm- und Dorfsanierung Simmental. Im 2018 läuft die Lärmsanierung aus. In Weissenbach wurde die ganze Dorfsanierung samt Pforte 2015 gebaut. Der Verkehr wurde erträglicher. Es geht ohne Hupen. Gemeinde, Kanton und die Alleinmachtpartei im Simmental haben es versäumt, die Dörfer Boltigen und Reidenbach zu sanieren oder zu umfahren. Die Alleinmachtpartei mit ihren Grossräten und ihrem Nationalrat in Bern wollen keine verkehrsleitenden Massnahmen durch das Simmental. Sie alle bevorzugen das Motto: Jeder ist selbst das Gesetz und sein Meister. Sie wissen nicht, dass heute in Spitzenzeiten täglich über 10 000 Fahrzeuge auf der Simmentalstrasse verkehren. Da hat wohl die Polizei ihre Pflicht, die Kontrolle auf der Strasse zu übernehmen, auch mit Radarkontrollen. , Reidenbach

Erstellt am: 07.12.2017

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