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Zum Artikel «Wann zieht das BAFU die Notbremse?»

Schutz von Wild- und Nutztieren

Von Irene Marschall, Vals GR

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Sicher haben sich die Personen, die der «Vereinigung zum Schutz von Wild- und Nutztieren vor Grossraubtieren im Kanton Bern» vorstehen, intensiv mit dem natürlichen Verhalten der Wölfe, Luchse und Bären befasst. Es muss ihnen also klar sein, dass die Wölfe natürlicherweise dem Wild folgen, das um diese Jahreszeit und sowieso nach einem strengen Winter in der Nähe von Siedlungen äst. Der Hinweis, dass die gerissene Hirschkuh trächtig gewesen ist, trägt zur Sache nichts bei und zielt nur darauf ab, Emotionen zu schüren. Ich verstehe sehr gut, dass ein Abschuss in Erwägung gezogen wird, wenn ein Wolf oder ein anderes Grossraubtier ein für ihn unnatürliches Verhalten an den Tag legt. Ist es aber richtig, dem Wolf sein natürliches, instinktives Verhalten zum Vorwurf zu machen und sofort einen Abschuss zu fordern, wie dies im Artikel von Thomas Knutti vom 11. Mai 2018 getan wird?

Ein solches Vorgehen lässt mich denn auch am eigentlichen Zweck oder Ziel der Vereinigung zum SCHUTZ von Wild- und Nutztieren (übrigens ist auch der Wolf ein Wildtier) zweifeln. Nachdem Raubtiere sich wieder in unserer Natur angesiedelt haben, ist es nur verständlich und auch richtig, dass die Nutztiere vor ihnen geschützt werden. Sie aktiv zu schützen bringt Aufwand, zu dem man willens sein muss. Einfach zu töten, was einem nicht in den Kram passt, finde ich keine Lösung. Vielmehr ist es doch wichtig, eine für alle Seiten annehmbare Art und Weise der Koexistenz mit den Raubtieren auszuarbeiten, wo die Nutztiere geschützt werden, aber auch die Wildtiere, wobei ich in diese Gruppe die geschützten Grossraubtiere mit einschliesse.

Bei der Diskussion um den Wolf, Luchs oder Bär – die in meinen Augen oft zu emotional und unsachlich, aber richtig geführt durchaus wichtig ist – erhalte ich immer wieder den Eindruck, dass wir Menschen den wirklichen Bezug zur Natur immer mehr verlieren. Die Natur sehen wir nur noch als unsere Nutzfläche oder unser Erholungsgebiet, nicht mehr aber als Wildnis, wo auch die Tiere ihre Daseinsberechtigung haben und wo wir uns verantwortungsvoll verhalten müssen.

Erstellt am: 24.05.2018

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