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Zum Stil der Leserbriefe

Von Werner Kobi

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Die Pressefreiheit und Meinungsfreiheit sind eigentlich eine feine Sache. Da gehören sicher auch Leserbriefe in einer Lokalzeitung dazu. Aber eben, es ist, wie man so schön sagt, der Ton, der die Musik macht. Dass im Internet und in den sogenannten Sozialen Medien und Foren oft ein recht rauer Wind voller Beleidigungen und sogar Drohungen herrscht, daran hat man sich leider gewöhnt.

Schliesslich benimmt sich ja auch seit Jahren ein noch ein paar Wochen im Amt verbleibender amerikanischer Präsident auf diese Art und Weise. Immerhin werden Mr. Trump seine Botschaften nun oft mit einer Bemerkung versehen wie z. B. «This claim about election fraud is disputed».

Vielleicht wäre auch bei Leserbriefen gelegentlich ein redaktioneller Schlusskommentar eine gute Sache im Sinn von «Wir distanzieren uns vom Stil und Inhalt der hier gemachten Äusserungen».

Die Seite 8 der Simmental Zeitung Nr. 47 vom 19. November 2020 bietet sozusagen eine Leserbriefstilstudie. Da ist der Leserbrief «Covid-19: Der absurde Wahn, um das Volk zu knechten», unterschrieben mit Lorenz Dreyer, Weissenburg.

Zum Glück, oder sozusagen zur Erholung eines Lesers, der keiner Partei angehört, gibt es da auf der gleichen Seite auch der sehr überlegt und ohne reisserische Polemik geschriebene Leserbrief «Junge Leute aus dem Obersimmental und Saanenland für die Konzernverantwortungsinitiative», unterzeichnet von, wenn ich richtig gezählt habe, 32 Jugendlichen. Ich kenne das durchschnittliche Alter dieser Gruppe nicht. Vielleicht sind sie noch nicht einmal berechtigt, ihre in der Gruppe erarbeitete Meinung in die Wahlurne einzuwerfen. Macht nichts, ihr habt sicher dem von euch bevorzugten Ergebnis dieser Abstimmung zu ein paar Stimmen verholfen.

Bleibt zu hoffen, dass Ihr auch bei kommenden Abstimmungen Eure Meinung wiederum, nach vielleicht langer Diskussion, mit sachlichen Argumenten und Stil der Öffentlichkeit kundtun werdet.

Erstellt am: 26.11.2020

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