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Theater Szenewächsel im Gemeindesaal Zweisimmen

Premiere von «Willkomme z’Ungerknoflige»

Die Mitglieder des Theatervereins «Szenewächsel» durften am Freitag, 9. Oktober, rund 60 Besucher im Gemeindesaal Zweisimmen begrüssen. Zum Glück gibt es in Zeiten der globalen Groteske rund um Covid-19 noch furchtlose Menschen, die mit beiden Füssen am Boden stehen. In relativ kurzer Zeit studierte der Theaterverein die Kriminal-Groteske «Willkomme z’Ungerknoflige» ein und freute sich, dass im Rahmen der Premiere vor Publikum gespielt werden durfte. Das Stück wartete, trotz des ernsten Stoffes, mit viel Humor und Heiterkeit auf.

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Willkomme z’Ungerknoflige

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© Stefan Pfander

Erinnert fast ein bisschen an Professor Bienlein aus Tim und Struppi: Polizei-Kollege Wintermeyer (Urs Roos), der dem Blumentopf auf des Wachtmeisters Schreibpult grösste Aufmerksamkeit und Pflege angedeihen lässt.

© Stefan Pfander

Wachtmeister Gyger (Matthias Moser): Der knifflige Fall in Unterknofligen bringt ihn an die Grenze seiner Belastbarkeit…

© Stefan Pfander

Die «Szenewächsler» – eine geballte Ladung Frauen-Power: Jolanda Lörtscher (Souffleuse), Ruth Domke (alias Gemeindepräsidentin Käthi), Urs Roos (Kollege Wintermeyer), Nathalie Moser (Fränzi Niedermeyer), Franzi Bareuther (Gisela Schlottermeyer), Olivia Wittwer (Co-Regie), Christine Schwizgebel (Regie), Matthias Moser (Wachtmeister Gyger) und Elsbeth Zeller (Erika Schneckenmeyer).

© Stefan Pfander

Fränzi Niedermeyer (Nathalie Moser) im Verhör: «Ui, habe ich jetzt zuviel gesagt...?»

Das Stück ist etwas kürzer als üblich und wird ohne Pause gespielt – aus Rücksicht auf die gegenwärtige Situation. Der Theaterverein trägt diesem Umstand auch im reduzierten Eintrittspreis Rechnung. Ein grosses Vergnügen für einen kleinen Preis ist angesagt.

Die Besucher sitzen an gut im Raum verteilten Tischchen mit freiem Blick auf die Bühne. Die Distanz zwischen den Tischen ist – vielleicht nach Feng-Shui Prinzipien festgelegt – so, dass man nicht unsittlich «ufenang obe» ist und so, dass sich niemand wie auf dem Abstellgleis vorkommen muss. Gleichzeitig bleibt ausreichend Raum, damit man sich vom Stuhl erheben und zwischen den Tischen hindurch oder den Saalwänden entlang hinten im Saal die Verpflegungsbar erreichen kann, ohne sich zum Regelbrecher in der nunmehr seit acht Monaten laufenden globalen Realsatire (freie Empfindungsäusserung des Autors) machen zu müssen. Das Sandwich darf man selber behändigen. Geld aber wird bevorzugt durch die Öffnung in der blank geputzten Plexiglas-Scheibe entgegengenommen.

20.10 Uhr: Der rote Vorhang hat sich geöffnet. Wachtmeister Gyger betritt das Büro mit ernsthafter Miene und entledigt sich nach einer kurzen Kontemplation seines hellbeigen Regenmantels. Es ist sein erster Diensttag in Unterknofligen.

Der Zeitpunkt von Gygers Dienstantritt in Unterknofligen ist goldrichtig. Hier ist es nämlich zu einer Serie seltsamer Todesfälle einheimischer Männer gekommen. Der Wachtmeister brennt darauf, diesen kniffligen Fall subito aufzuklären. Auf dem hölzernen «Ferhörstuhl» (Gygersche Schreibweise) nehmen die Witwen der zu Tode gekommenen Männer Platz: Fränzi Niedermeyer, Gisela Schlottermeyer und Erika Schneckenmeyer. Käthi, Gemeindepräsidentin mit beneidenswerten Führungsqualitäten, hat ebenfalls Gewichtiges auszusagen und meldet sich beim Wachtmeister gleich selber zum Verhörtermin an.

Lachen ist gesund
Die Kriminalgroteske lebt von den sich jagenden Mundart-Pointen, die die Theaterbesucher während der kurzweiligen Stunde herzhaft zum Lachen bringen. Lachen schüttet Glückshormone aus und bedeutet für das Immunsystem eine Sofortstärkung. Lachen entspannt und wirkt sich direkt und positiv auf die mentale und körperliche Gesundheit aus. Lachen ist auch ein sehr effektives Therapiemittel zur «Rekalibrierung und Regenerierung des menschlichen Verstandes». Damit ist «Willkomme z’Ungerknoflige» bestens sowohl als Unterhaltungs- wie als Therapieprogramm geeignet.

Noch dreimal bietet sich die Möglichkeit, die «Szenewächsler» mit «Willkomme z’Ungerknoflige» im Gemeindesaal Zweisimmen zu erleben, die Vorreservation ist Bedingung (siehe Inserat in der Ausgabe vom 1. Oktober).

Erstellt am: 15.10.2020

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Kommentare
Dr. Wendula Dahle-Leyerer 21.10.202012:46 Uhr

Lieber Herr Stefn Pfander,gern würde ich heute Abend zu der Aufführung im Gemeindesaal Zweisimmen kommen. Aber es gibt keine Telefonnummer zur Anmeldung, außerdem fürchte ich, daß heute alle Maskengesichter das Vergnügen beeinträchtigen würden. Ihr Artikel in der Simmental Zeitung hat mir Dank Ihrer "Empfindungsäußerung" sehr gut getan, denn wieviele Menschen "stehen noch mit beiden Füßen auf dem Boden?" Liebe Grüße von einem Dauergast im Simmental seit über 50 Jahren! W.D.

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