20 Jahre Air-Glaciers Gstaad-Saanenland
Im Jahre 1989 entschied sich Bruno Bagnoud, Direktor und Besitzer der Air-Glaciers mit Hauptsitz in Sion, auf dem Flugplatz Saanen eine Aussenbasis zu errichten. In Willibenz Matti fand er den richtigen Mann für den Aufbau der Basis. Heute beschäftigt die Air-Glaciers in Saanen sieben einheimische Vollzeitangestellte. Weitere qualifizierte Arbeitskräfte, die teilweise früher schon auf der Basis gearbeitet haben, werden je nach Saison und Arbeitsvolumen beschäftigt. Bei Bedarf können qualifizierte Mitarbeiter und zusätzliche Helikopter von den Air-Glaciers-Standorten Sion, Collombey, Leysin, La Chaux-de-Fonds, Gampel und Lauterbrunnen angefordert werden. Zur Aufrechterhaltung des Rettungsdienstes während der Wintermonate wird das Team zusätzlich durch Notärzte, Rettungssanitäter, Bergführer und Lawinenhundeführer ergänzt. Im Winter wird auch der Maschinenpark durch weitere Helikopter erweitert: Neben dem altbewährten «Lama SA 315» welches hauptsächlich für Transporte, Lawinensprengungen und Kabinenevakuationen zum Einsatz kommt, wird ein «Ecureuil SA 350» vorwiegend für Heliski-, Taxi- und Rundflüge, sowie für den Transport von Bergrettern und Lawinenhunden mit Führern etc. eingesetzt. Eine «Alouette III» mit Winde wird ausschliesslich für Rettungseinsätze verwendet. Sämtliche in Saanen stationierten Helikopter werden ganzjährig täglich von den zwei Mechanikern minutiös gewartet und für den nächsten Tag vorbereitet.
Auch die vorgeschriebenen Jahreskontrollen werden auf der Basis durchgeführt. Unzählige Bauvorhaben in der Region konnten dank des «einheimischen» Helikopters innert nützlicher Frist und zu einem sehr guten Preis-Leistungsverhältnis realisiert werden. Die Liste der zu transportierenden Güter ist sehr lang: Beton, Bauholz, diverse Baumaterialien zu Alp- und SAC-Hütten, Wasserfassungen, Mastenfundamenten und Bergstationen von Bergbahnen, Rohre, Schächte und Schneekanonen für Beschneiungsanlagen, ganze Fertigelemente zur Konstruktion von Häusern, Eternit, Ziegel, Dachlatten, Kaminteile, usw. auf Dächer. Während der Sommermonate wird die Crew von Saanen für ungefähr 100 bis 120 Bergungseinsätze von verletztem oder totem Rindvieh aufgeboten. Für die Inhaber der Air-Glaciers Familienrettungskarte fallen für einen Bergungsflug keine weiteren Kosten an.
Die Rettungsbasis Saanen, welche nur während der Wintermonate aktiv betrieben wird, fliegt je nach Schnee- und Pistenverhältnissen ungefähr 130 Rettungseinsätze pro Wintersaison.
Ihr Gesamteinsatzgebiet erstreckt sich vom Berner Oberland über die Waadtländer und Freiburger Alpen, das Unterwallis bis in die Skigebiete von «Les Portes du Soleil», teilweise sogar bis nach Avoriaz in den französischen Alpen. Für die Sicherung von Strassen und Skipisten werden zahlreiche Einsätze zur künstlichen Auslösung von Lawinen geflogen. Zuweilen wird das Team auch zur Gewährleistung von Luftbrücken zu und von gefährdeten Gebieten aufgeboten. Insgesamt werden während eines Jahres zwischen 900 und 1200 Stunden geflogen. Das Team der Air-Glaciers Gstaad-Saanenland feiert das 20 Jährige Bestehen der Basis am 30. August mit einem Tag der offenen Türe auf dem Flugplatz Saanen (s. Inserat). Ferdinand Eschler