Delegiertenversammlung des Tarifverbundes der Bergbahnen von Gstaad und Umgebung
Aus der «VBG» wurde der «Verein Gstaad Mountain Rides»
Die Delegierten des Bergbahn-Tarifverbundes trafen sich 2010 auf dem Rellerli zur ersten Jahresversammlung unter der neuen Bezeichnung «Verein Gstaad Mountain Rides». Einnahmen von gegen 26 Millionen sind an die sieben Bergbahn- und Skiliftgesellschaften verteilt worden, die Kasse ist auf Null gestellt und alle Mitglieder des Vorstandes sind für eine weitere Amtszeit bestätigt worden.
Konstruktive Gespräche des GMR-Vorstandes am runden Rellerli-Tisch: Walter Germann, BDG; Bernhard Tschannen, Glacier 3000; Ruedi Schenk, GMR-Präsident, Hans-Ruedi Steiner (Wasserngrat 2000) und GMR-Geschäftsführer Martin Knöri.
Das Kürzel VBG ist Geschichte. Seit mehr als fünfzig Jahren stand die Bezeichnung VBG für den Begriff «Vereinigung der Bergbahnen von Gstaad und Umgebung». Über diesen, nach dem Zweiten Weltkrieg gegründeten und damals schweizweit ersten Tarifverbund wurden die Einnahmen der anfänglich weit über zwanzig Bergbahngesellschaften des Saanenlandes, des Pays d’Enhaut’s und von Zweisimmen verteilt. Während langer Jahre hatte der legendäre Gstaader Geometer Hans Kämpfer als nebenamtlicher Sekretär (ohne EDV-Support) die Geldverteilung für die beteiligten Unternehmungen vorgenommen. Grundlage dafür war ein ausgeklügeltes System mit Koeffizienten für die verschiedenartigen Bahn- und Skilifttypen.
Änderungen aufgeschoben
An diesen Koeffizienten wird auch vorläufig nichts geändert. An der Jahresversammlung nahmen die Delegierten der nun noch sieben Gesellschaften Kenntnis vom Rückzug des Antrags ihres grössten Mitglieds, der BDG. Diese hatte gefordert, den Gletscher-Zuschlag für die Anlagen der Glaciers 3000 abzuschaffen, weil den Talbahnen durch die technische Beschneiung ebenfalls Zusatzkosten erwachsen würden. Nach Gesprächen unter den beteiligten Bahngesellschaften zog Direktor Armon Cantieni den BDG-Antrag zurück: «Die verstärkte Ausnützung von Synergien mit dem Glacier 3000 ist uns wichtiger als die Anpassung eines Schlüssels, der monetär kaum Auswirkungen gehabt hätte». Diesen Rückzieher der BDG nahmen die Delegierten mit Genugtuung zur Kenntnis.
Neue Kultur der Zusammenarbeit
Überhaupt scheint das Konkurrenzdenken unter den Mitglied-Gesellschaften der Vergangenheit anzugehören und die einstigen Auseinandersetzungen unter den Beteiligten sind einer guten Gesprächs- und Verhandlungskultur gewichen. Das ist angesichts der weiterhin verschiedenartigen Interessen nicht ganz selbstverständlich. Die grosse BDG macht z.B. rund 1350 Mal mehr Umsatz als der Heiti-Skilift in Gsteig. Entsprechend hinterliess die von Ruedi Schenk, Zweisimmen speditiv geleitete DV einen guten Eindruck. GMR-Vizepräsident Hansruedi Steiner, Gstaad (Vertreter Wasserngrat 2000) zollte dem Präsidenten Lob für seinen Beitrag zur «neuen Konsensfähigkeit».
Schwacher Saisonstart führt zu Umsatzminus
Den Äusserungen von Geschäftsführer Martin Knöri war zu entnehmen, dass die im Verein GMR zusammengeschlossenen Bergbahnen im abgelaufenen Geschäftsjahr einen Umsatzrückgang von 6,29% hinnehmen mussten. Präsident Ruedi Schenk machte für Rückgang den schwachen Saisonstart, die grosse Kälte und das oft schlechte Wochenend-Wetter verantwortlich.
Moderate Tarifanpassungen
Der Vorstand hat seine Kostenstrukturen überarbeitet und als Folge verschiedene Verträge gekündigt. So werden z.B. die Fahrten auf dem Busdienst ins Sparenmoos (bisher 23000 Franken pro Saison) nicht mehr pauschal abgegolten. Neue Regelungen gelten auch in Bezug auf den Ticketaustausch. In den Skigebieten im Diemtigtal, auf dem Jaunpass und in St. Moritz gibt es für GMR-Kunden neu 50% -Ermässigung; für die Skiregion Lenk–Adelboden wird an der bisherigen 10-Franken-Austauschregelung festgehalten. Im Gebiet der GMR werden die Tarife (inkl. Saisonabonnements) auf die Wintersaison moderat angepasst, wobei Kinder bis neun Jahre weiterhin unentgeltlich befördert werden und Schulen und Jugendgruppen von der Erhöhung ausgenommen bleiben. Ernst Hodel
Präsident Ruedi Schenk ehrt den EDV-Verantwortlichen Andreas Reuteler (links) für zehn Dienstjahre mit einer Urkunde.