BDG-Restrukturierungen umsetzen – auch wenn sie schmerzen!»

Mit dem Ziel, der Bevölkerung die Meinungsbildung zu erleichtern, präsentierten die Bergbahnen Destination Gstaad (BDG) am 8. September ihr Sanierungs- und Restrukturierungskonzept in Zweisimmen. Heinz Brand ist bereit Verwaltungsratspräsident der BDG zu werden.

Das Sanierungs- und Restrukturierungskonzept der mit 58 Millionen Franken verschuldeten BDG geht in die fünfte Runde. Vor einem Jahr hat die Gemeinde Saanen das Rettungskonzept der Bergbahnen mit der Eignerstrategie zurückgewiesen.

Die öffentliche Informationsveranstaltung vom vorletzten Dienstag stiess auf grosses Interesse. Im Vorfeld der Gemeindeversammlungen Saanen, Rougemont und Zweisimmen wurde mit der Offenlegung der Kombination der hohen Verschuldung von 58 Millionen mit den hohen Investitionserfordernissen für die nächsten drei bis fünf Jahre von mindestens 70 Millionen Franken versucht, den gegen 800 Anwesenden die freie Meinungsbildung zu erleichtern. Einleitend stellte Verwaltungsratspräsident Emanuel Raaflaub fest: «Der kranke BDG-Patient bekam von verschiedenen Ärzten immer die gleiche Diagnose zum Abnehmen. In dieser Runde soll der Patient stabilisiert werden.» Dr. Ing. Roland Zegg (Verwaltungrat und Unternehmensberatung Grischconsulta AG) legte den Kapitalschnitt von 85 Prozent und die anteilsmässige Wiederaufstockung des Aktienkapitals durch die Gemeinden offen. Nach der Kapitalherabsetzung sollen die Gemeinden nur noch mit knapp 30 Prozent an der BDG beteiligt sein. Private Aktionäre und die drei ins Rettungsboot zu holenden privaten Investoren haben 70 Prozent des Aktienkapitals einzubringen. Die BDG-Fitnesskur brachte Sanierer Zegg auf einen Punkt: «Die Restrukturierungsmassnahmen müssen konsequent umgesetzt werden – auch wenn sie schmerzlich sind.»

Konzentration auf das Machbare

Die Bergbahnen sind zweifelsohne der Wirtschaftsmotor für die ganze Region mit einer Lohnsumme von rund 11 Millionen Franken. Bei den Investitionen will man sich auf das Machbare konzentrieren. Mit einem dringenden Ersatz der alten Saanerslochbahn für rund 27 Millionen und 15 Millionen für Beschneiungsprojekte soll der Sektor Ost für insgesamt 47 Millionen Franken skitechnisch und gastronomisch aufgewertet und verbessert werden. Auch die Gondelbahn Zweisimmen-Rinderberg, als attraktiver Haupteinstieg direkt vom Öffentlichen Verkehr her in den Sektor Ost ist bald einmal 30-jährig.

Neustart am Eggli?

Im Sektor West stehen das vielseitige Pistenangebot und die prominente Gastronomie an besten Aussichtslagen mit der Nähe zu Gstaad, Saanen und Rougemont im Zentrum. Die BDG ist mit den Investoren für einen Neustart auf dem Eggli im Gespräch.

Der Investitionsplan sieht 8,6 Millionen für den Ersatz Gstaad-Eggli und 6 Millionen an die Beschneiung vor. Der BDG-Verwaltungsrat plant in den nächsten drei Jahren, 71 Millionen Franken zu investieren. Die Finanzierung haben projektspezifisch zu 60 Prozent die Gemeinden, Sponsoren und Private zu tragen und 40 Prozent müssten durch die BDG AG erwirtschaftet und erbracht werden.

Heinz Brand designierter BDG-Präsident

Mit dem 60-jährigen Heinz Brand steht der BDG-Generalversammlung vom 28. Oktober ein langjähriger Kritiker der Bergbahnunternehmung als Verwaltungsratspräsident zur Wahl. Heinz Brand, als designierter BDG-Präsident zeigt Herzblut: «Motiviert haben mich die Erfolge im Geschäftsleben und ich will damit etwas zurückgeben. Ich bin unabhängig und als Kopf der BDG auch bereit, den Kopf hinzuhalten.» Sein Ziel ist, den Einfluss der Gemeinden und der Kantone drastisch zu reduzieren.» Brand ist lobte die gute Zusammenarbeit mit dem neuen CEO Matthias In-Albon. Fritz Leuzinger