Berner Alpkäsemeisterschaft am Bettag auf Nüegg
In Thun hielten die Mitglieder der Sorten-Organisation Berner Alp- und Hobelkäse AOC (CASALP) ihre ordentliche Generalversammlung ab. Entgegen dem Willen des Vorstands beschlossen die Anwesenden, sich beim Bundesrat für die Allgemeinverbindlichkeit von Mengensteuerung und Selbsthilfebeiträge einzusetzen. Der CASALP-Höhepunkt des Vereinsjahres, die Berner Alpkäse-Meisterschaft findet am 18. September im Diemtigtal statt.
Die «Hauptdarsteller» der CASLP-GV in Thun: Ernst Knutti, (Arbeitsgruppe Mengensteuerung), Schwenden; Hans Bettler, (abtretendes Vorstandsmitglied) Boltigen, Barbara Läderach, (neue Kommunikations- und Marketing-Verantwortliche); Ueli Tritten, (neues Vorstandsmitglied), Lenk und Hansueli Burri, (Präsident), Schönried
Präsident Hansueli Burri, Schönried leitete seine erste CASALP-GV speditiv und umsichtig. In seiner Begrüssung ging er auf die Naturkatastrophen von Australien, Neuseeland und Japan und auf die Krise in Nordafrika ein und zog den Schluss: «Das berührt uns, aber die Hände sind uns gebunden. Seien wir doch dankbar, dass wir unseren wunderschönen Beruf in einer so grenzenlos schönen Landschaft ausüben dürfen.» Sorgen bereiten dem CASALP-Präsidenten das landwirtschaftspolitische Umfeld. Er erwähnte als Beispiel die geplanten Änderungen im Bereich der Direktzahlungen.
Alpkäse-Mindestalter:
Nun viereinhalb Monate
Nach langwierigen Verhandlungen hat das Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) nun das Mindestalter für Alpkäse auf viereinhalb Monate herabgesetzt. (Vorerst erfolgte die Zusage nur mündlich). Noch kein Gehör fand die Eingabe betreffend der Verwendung von «Alternativheizungen» für das Erhitzen der verkästen Milch. Aktuell darf die Herstellung von Alpkäse nur mittels direktem oder indirektem Holzfeuer erfolgen.
Mengensteuerung:
Nochmals ein Anlauf
Vorstandsmitglied Ernst Knutti Schwenden, musste als Präsident der Arbeitsgruppe Mengensteuerung und Selbsthilfebeiträge ebenfalls eine negative Antwort aus Bundesbern bekannt geben. Das BLW hat kein Interesse mehr an irgendwelcher Mengensteuerung betreffend Milch und Käse und würde eine diesbezügliche Eingabe an den Bundesrat zur Ablehnung empfehlen. Der Vorstand schlug deshalb vor, die Angelegenheit ad acta zu legen. Die Anwesenden sahen es anders und folgten mit 90:25 Stimmen einem Antrag von Niklaus Blatti. Der Oberwiler und weitere Mitglieder äusserten sich dahingehend, dass dem aktuellen Überangebot von Alp- und Hobelkäse und damit dem Preiszerfall nur mittels einer allgemein verbindlichen Mengenbeschränkung entgegengewirkt werden könne: «Die Produzenten müssen Verantwortung übernehmen.» Aufgrund der Willens-äusserung der Mitglieder hat der Vorstand eine Eingabe an den Bundesrat vorzubereiten.
Wahl: Ueli Tritten für Hans Bettler
Für den zurücktretenden, seit 2006 engagiert mitwirkenden Boltiger Hans Bettler wurde per Akklamation der Spitzen-Alpkäser Ueli Tritten aus Lenk in den CASALP-Vorstand gewählt. Als Nachfolgerin von Gabi Doerig-Eschler übernahm Barbara Läderach die Funktion als Kommunikations- und Marketing-Verantwortliche. Auf dem Veranstaltungsprogramm stechen als Höhepunkte die Teilnahme am OLMA-Festumzug (Kanton Bern ist Gastkanton) und die 13. Berner Alpkäse-Meisterschaft hervor.
CASALP-Höhepunkt im Diemtigtal
Die sehr publikumswirksame Berner Alpkäsemeisterschaft findet in diesem Jahr am Bettag-Wochenende im Diemtigtal statt. Im Berghaus Nüegg werden die besten Alp- und Hobelkäse prämiert und den Besuchern zum Degustieren feilgeboten. Das Rahmenprogramm verspricht viel Spannendes rund um das Thema Alpkäse. CASALP-Vorstandsmitglied Ernst Knutti, Schwenden wird dem aus Alpkäsern, Tourismus- und Naturpark-Vertretern zusammengestellten Organisationskomitee als Präsident vorstehen. Ernst Hodel