Volkswirtschaft Berner Oberland zu den kantonalen Sparmassnahmen:
Besorgnis um den ländlichen Raum
Mit Sorge hat die Geschäftsleitung der Volkswirtschaft Berner Oberland das vorgeschlagene Sparpaket des Kantons Bern zur Kenntnis genommen. Es ist unbestritten, dass Sparmassnahmen ergriffen werden müssen, um die Finanzlage des Kantons zu verbessern. Die Volkswirtschaft Berner Oberland kann sich jedoch nicht damit einverstanden erklären, wenn die Massnahmen vor allem den Ländlichen Raum betreffen.
Sparmassnahmen dürfen nicht einseitig den ländlichen Raum benachteiligen
Die Finanzlage des Kantons Bern erfordert einschneidende Sparmassnahmen, mit dem Paket 1 der Aufgaben- und Strukturüberprüfung schlägt der Regierungsrat verschiedene Massnahmen vor, welche innert den kommenden vier Jahren Einsparung von rund 450 Mio. Franken ermöglichen sollen.
Die Geschäftsleitung der Volkswirtschaft Berner Oberland hat sich in einer ersten Runde mit den vorgeschlagenen Massnahmen befasst.
Es ist unbestritten, dass Sparmassnahmen ergriffen werden müssen, jedoch hat die Geschäftsleitung mit Besorgnis festgestellt, dass einzelne Massnahmen einseitig den ländlichen Raum und damit vor allem auch das Berner Oberland betreffen.
Die Plafonierung des Fahrkostenabzuges ist für Pendler, welche in abgelegenen Tälern wohnen und den Arbeitsplatz in einiger Distanz zum Wohnort haben, einschneidend. Mit der Grenze von 3000 Franken ist noch ein Arbeitsweg von 10 km bei den Steuern abziehbar, die Distanz von Gadmen nach Meiringen beträgt 18 km oder von der Lenk nach Thun 57 km. Mit dieser Massnahme wird die Entvölkerung der Täler weiter begünstigt.
Standort Thun der BZ Pflege AG soll erhalten bleiben
Kritisch sieht die Geschäftsleitung ebenfalls der vorgeschlagenen Schliessung des Standortes Thun der BZ Pflege AG gegenüber. Bildung ist ein wichtiger Standortfaktor und Ausbildungsstandorte sind für unsere Region von grosser Bedeutung.
Die Fachkräfte im Pflegebereich müssen weiterhin vor Ort ausgebildet werden können. Wenn die Jugendlichen für die Ausbildung den Wohnort verlassen müssen, ist das Risiko gross, dass sie nicht mehr in die Heimatregion zurückkehren. Zudem wird die vorgeschlagene Schliessung kaum zu Einsparungen beitragen, da der neue Campus in Bern nicht mit Überkapazitäten gebaut wurde, um die Klassen aus Thun ebenfalls noch zu übernehmen und der Mietvertrag in Thun bis 2017 fest abgeschlossen ist.
Rückmeldung zu den Auswirkungen der einzelnen Massnahmen erwünscht
Im Moment kann noch nicht abgeschätzt werden, wie fundiert die einzelnen Sparmassnahmen durch den Kanton abgeklärt wurden und was diese im Einzelnen für unsere Region bedeuten.
Die Geschäftsleitung wird an einer Klausur in der zweiten Hälfte August über die Auswirkungen und das weitere Vorgehen beraten. In der Zwischenzeit läuft eine Konsultation der Verbände und Interessenvertreter über die Auswirkungen der Aufgaben- und Strukturüberprüfung und der vorgeschlagenen Massnahmen auf einzelne Branche und Bereiche.
Anliegen können gerne bis am 10. August 2013 an die Geschäftsführerin Susanne Huber, schriftlich oder per Mail gerichtet werden. Susanne Huber