Spiez: Lehrabschluss der Oberländer Schreiner

«Bringt neuer Wind in die Betriebe»

An der Lehrabschlussfeier der Oberländer Schreiner in Spiez wurde mit 68 «frisch gebackenen Berufsleuten» gefeiert.

«Bringt neuer Wind in die Betriebe»

Markus Eberhard, Präsident Regionalsektion Thun und Umgebung gratulierte im Namen des Schreinermeisterverbandes Berner Oberland (SBO) den 60 Jungschreiner/-innen an der Lehrabschlussfeier mit Nachtessen im Lötschbergsaal in Spiez für ihren erfolgreichen Abschluss. «Nach vierjähriger Lehre steht ihr nun auf dem Podest und erhaltet den eidgenössischen Fähigkeitsausweis». Acht können sich als Schreinerpraktiker (früher Anlehre mit Attest) über ihren Erfolg freuen. Sie absolvierten eine zweijährige Lehre mit einer Abschlussprüfung in der Berufsschule.

Auf dem Podest

«Der Abend gehört unseren Jungschreinern, es ist wie eine Siegerehrung. Wir können mitfeiern und stolz auf euch sein», berichtete Eberhard. Er verglich die Lehre und den Abschluss mit dem Fussball, der bis vor kurzem Thema Nummer 1 war.

«Ihr steht heute zuoberst auf dem Podest, da ihr nach vier Jahren euer Ziel erreicht habt». Eine Nationalmannschaft bestehe aus guten Einzelspielern. Wenn diese ihre Leistung vollbringen und ein Goal schiessen, kann der Jubel eines ganzen Stadiums entgegen genommen werden. Dass es so weit kommt, braucht es einen Talententdecker. Dazu gehöre ein Trainer oder Coach und ein gutes Umfeld. «Bei euch ist dies ähnlich: Euer Umfeld besteht aus Familie, Freunde, einem Lehrbetrieb, Kurslehrer, Experten, Prüfungsobmann und zum Schluss, der Organisator, der die Abschlussfeier organisiert. Alle steuern einen Beitrag am Erfolg bei».

«Wir haben Freude, dass so viele den Schreinerberuf erlernen. Wir benötigen junge, einsatzfreudige, motivierte Berufsleute, die neuen Wind in unsere Unternehmungen bringen. Ihr dürft stolz sein auf euren vielseitigen Beruf». Weiterbildung werde zum weitern Thema. «Nehmt die Herausforderung an, gebt Gas, bringt neuen Wind in unsere Betriebe.» Chefexperte Hans Willi forderte die Jungschreiner auf, die erlernte Theorie in Praxis umzusetzen. «Ihr habt die Prüfung absolviert, denkt daran, im Leben gibt es mehrere schwierige Prüfungen, die ihr ohne Vorbereitung bestehen solltet.»

Urs Burri, Rektor der Berufsschule Interlaken BZI lobte das Ergebnis, denn jeder bestand die Prüfung. «Es sind nicht nur Erfolge, sondern auch Verpflichtungen die ihr eingehen werdet. Es wird etwas von euch erwartet». Burri gratulierte für die bestandene erste Etappe – den Prolog wie an der Tour de Suisse oder France. «Ob ihr dann in Paris als Sieger aufkreuzen werdet, dies entscheidet dann das Leben. «Bleibt euch selber, haltet euren Humor bei», gab er den jungen Berufsleuten mit auf den Weg.

Seit 15 Jahren ist Hans Willi (Hasliberg) Prüfungsobmann und leitet die Einführungskurse. Für seine Arbeit wurde er mit einem Präsent verdankt. Heidy Mumenthaler (Spiez)

Die Erfolgreichen

Schreiner mit Eidgenössischem Fähigkeitszeugnis (Qualifikationsverfahren Schreiner Kreis 1 Berner Oberland): 5.5: Bruno Leuenberger, Steffisburg (E. Schüpbach AG Thun); David Feigenwinter, Wimmis (Spring Schreinerei GmbH Wimmis).

5.4: Beat Bättig Thun (Strasser AG Thun); Thomas Amacher, Lauterbrunnen (Christian von Allmen Wengen); Manoach Schönthal, Leissigen (Möbel Ryter AG Burgistein); Oliver Zurbrügg Lauterbrunnen, (Raffainer AG Lauterbrunnen); Michael Wittwer, Uttigen (Hossmann Küchen AG Gerzensee).

5.3: Benjamin Maurer, Eriz (Chaletbau Matti AG Saanen); Sabrina Rupp, Steffisburg (Bieri AG Weissenburg); Stefan Trummer, Uetendorf (Oesch Innenausbau AG Steffisburg).

5.2: Elias Rieben, Lenk (Zbären Kreativküchen AG Lenk); Hanspeter Oesch, Reutigen (Christian Scheidegger Erlenbach); Christof Keusen, Jaberg (Andreas Weiss Gelterfingen); Jean-Marc Seiler, Spiez (Martin Ruprecht Wengi b. Frutigen); Peter Hari, Adelboden (Burn AG Adelboden).

5.1: Stefan Schaad, Hasliberg (Kehrli Meiringen); Jürg Rösti, St. Stephan (Saugy Schreinerteam AG Lenk); Yves Schär, Uetendorf (Peter Holzbau AG Blumenstein); Kilian Bühler, Ringgenberg (Frutiger Holzbau AG Ringgenberg); Roland Trauffer, Matten (HTI Schreinerei AG Interlaken); Christian Grossen, Kandergrund (Sarbach AG Frutigen).

5.0: Martin Feller, Erlenbach (Knutti & Gafner AG Erlenbach); Patrice Ziörjen, Matten (M. Siegfried + Söhne AG St. Stephan); David Müller, Beatenberg (Wenger Unterseen); Christian von Känel, Scharnachtal (Karl Sieber AG Scharnachtal); Philippe Graf, Goldswil (Wenger Unterseen); Kaspar Brunner, Forst (Ernst Riesen AG Thun); Michael Seiler, Bönigen (Frutiger Schreinerei GmbH Bönigen); Manuela Schmid, Forst (A.+E. Wenger AG Blumenstein).

bis 4.9: Adrian Allenbach, Adelboden (Künzi + Knutti AG Adelboden); Martin Berger, Steffisburg (Fredi Wiedmer Steffisburg); Markus Berger, Gränichen (Peter Blatter Brienz); Roland Bernet, Grindelwald (Peter Ludi Gstaad); Ken Bertholet, Gstaad (Andreas Mösching GmbH Saanen); Roberto Bossart, Spiez (Schreinerei Schwab & Co. Ins); Tiago Branco Pires, Spiez (Christian Scheidegger Erlenbach); Beat Erb, Schwenden (Luginbühl AG Oey); Urs Furter, Meiringen (Hans Anderegg Meiringen); Michael Gerber, Interlaken (HTI Schreinerei AG Interlaken); Ivo Gerber, Zweisimmen (Schreinerei Rufener Zweisimmen); Michael Hubacher, Gwatt (GLB Thun-Oberland Gwatt); Seraina Huber, Bern (Beat Schranz GmbH Achseten); André Josi, Beatenberg (HTI Schreinerei AG Interlaken); René Martin, Schönried (Galler Schreinerei AG Saanen); Michael Neukomm, Horboden (Paul Minnig Horboden); Denis Neza, Zweisimmen (Zingre Chaletbau AG Saanen); Mathias Patthey, Bern (Peter Nussbaum AG Blumenstein); Thomas Rauh, Mühlethurnen (Rudolf Mock Wattenwil); Peter Regez, Boltigen (Ernst Aegerter Boltigen); Michael Scherz, Krattigen (LUAG Luginbühl AG Krattigen); Linda Schläppi, Guttannen (Schreinerei Wyss Iseltwald); Yves Sieber, Scharnachtal (Karl Sieber AG Scharnachtal); Sabrina Spreng, Matten (Peter Rüegsegger AG Interlaken); Michael Teuscher, Lütschental (Rubi Holzbau Grindelwald); Marco Ursenbacher, Belp (Alfred Grünig Burgistein); Michael von Weissenfluh, Nessental (Karl Wenger AG Innertkirchen); Marcel Wüthrich, Seftigen (Rudolf Mock Wattenwil); Lee Wyden, Matten (Raffainer AG Lauterbrunnen); Ivan Wyss, Weissenburg (Bieri AG Weissenburg); Marc Zürcher, Thun (Marco Weixelbaumer Hilterfingen).

Schreinerpraktiker (Zweijähriger Abschluss mit Abschluss in der Berufsschule)

5,5: Bruno Rieder, (Eduard Wüthrich Schwenden); Michael Sonderegger, (Zentrum Seeburg Iseltwald).

5,4: Marcel Schumacher, (A.+E. Wenger AG Wimmis). bis 4,9: Ilirjana Brnjashi, (Zentrum Seeburg Iseltwald); Ersen Cebeci, (Zentrum Seeburg Iseltwald); Stefan Grossen, (Hermann Uetz Zwieselberg); Markus Küng, (Stiftung Bächtelen Wabern); Roland Widmer, (Christl. Internat Gsteigwiler).

Mit 44 startete der Elektroingenieur, Beat Bättig aus Thun die Zusatzlehre als Schreiner. Nach der auf drei Jahren verkürzten Ausbildung kann er sich über seinen Abschluss mit Note 5,4 freuen. Es sei bewundernswert, wie selbst Leute mit höherem Studium gewillt seien, mit Freude den handwerklichen Beruf eines Schreiners zu ergreifen, lobt Beat Reichen, Vizepräsident SBO, gegenüber dieser Zeitung. Was bewog Bättig nach dem Technikum eine «gewöhnliche» Lehre zu absolvieren? «Ich konnte nicht mehr acht Stunden im Tag am PC arbeiten und habe festgestellt, dass ich handwerklich und körperlich den ganzen Tag arbeiten kann», verrät Bättig. Nach Garten- und Transportarbeiten nutzte er die Gelegenheit bei der Firma Strasser AG in Thun zu schnuppern. Diese Stelle wurde ihm vom BIZ vermittelt. Sein Wunsch war es, in einem grossem Betrieb zu arbeiten. Er liebt den Kontakt. Der Arbeitgeber hatte sich überzeugt, ihn als Lehrling zu behalten. «Vor mir war ein Wegbereiter, der nach KV-Abschluss die Ausbildung durchlief». Es sei sicher für den Lehrmeister gewöhnungsbedürftig, anstelle eines Schulabgängers einen 44-jährigen als Lehrling einzustellen. Bättig fand die Ausbildung sehr abwechslungsreich. «Für mich war es Weiterbildung, Flexibilität wird gefordert». Er arbeitet weiter als Schreiner bei Strasser AG und bildet sich am CNC-Bearbeitungszentrum weiter. «Ich muss den Ausgleich haben, nebst Kopfarbeit auch körperlich tätig zu sein». hms

Die frischgebackenen Jungschreiner: Sie erhielten mit Note 5,4 bis 5,5 einen Hobel: vorne: Bruno Leuenberger, Steffisburg; David Feigenwinter, Wimmis (5,5). Stehend: Michael Wittwer, Uttigen; Beat Bättig,Thun; Thomas Amacher, Lauterbrunnen; Manoach Schönthal, Leissigen; Oliver Zurbrügg, Lauterbrunnen ( 5,4).

Stehend: Prüfungsobmann Hans Willi, Jungschreiner Michael Wittwer 5.4, Beat Bättig 5.4, Thomas Amacher 5.4, Manoach Schönthal 5.4, Hansruedi Grob ( Präsident SBO ) Markus Eberhard (Präsident Regionalsektion Thun und Umgebung ) Kniend: Jungschreiner Bruno Leuenberger 5.5, David Feigenwinter 5.5, Oliver Zurbrügg 5.4

«Bringt neuer Wind in die Betriebe»

Beat Bättig wechselte seine Front von Elektroingenieur zum praktischen Beruf als Schreiner. Nach der verkürzten Lehre von drei Jahren (er begann diese mit 44 Jährig) freut er sich mit 67 Jungschreinern am erfolgreichen Abschluss.

«Bringt neuer Wind in die Betriebe»