CEVI-Zirkuswoche in Saanen

Nach einer abwechslungsreichen Lagerwoche entstand am Ende eine ansprechende, humorvolle Wunderplunder-Zirkusvorstellung mit einem adrett gekleideten Direktor, amüsanten Clowns, Cowboy-Musikern, Gleichgewichtskünstlerinnen, Feuerspuckern und einer eigenwilligen Katze.

«Herr Ruckstuhl», nörgelt die junge Dame im hübschen Jupe, «rucket Sie de Stuel z’recht!» Ein Lachen kommt aus über 200 Mündern unter der blau-gelben Zeltkuppel. Wir befinden uns mitten in der Schlussaufführung der CEVI-Zirkuswoche.

Herr Ruckstuhl, der aus dem Altersheim entkommen ist und Frau Bohnenblust, die junge Dame, sind Teil des Wunderplunder-Animationsteams, welche seit Montag mit 60 Kindern ein abendfüllendes Zirkusprogramm einstudiert hatten. Begonnen hat die CEVI-Zirkuswoche am letzten Junisamstag. Zuerst haben sich die Kinder, welche aus dem Obersimmental, Diemtigtal und Saanenland kommen, spielerisch kennen gelernt und grosse Zirkusplakate gemalt. Am zweiten Tag besuchten sie die Vorstellung des Zirkus Harlekin, welche zu einem grossen Teil von der Saanen Bank gesponsert wurde. Am Montag halfen die Kinder beim Wunderplunder Zeltaufbau und konnten am Nachmittag die ganze Animationspalette bestaunen. Von jonglieren über balancieren, Clowns und Musik war alles möglich. Die Kinder entschieden sich für einen Workshop, welchen sie in den kommenden Tagen vertiefen wollten und übten während vier Halbtagen die Nummern ein. Jeden Morgen und Abend nahm das Wunderplunder- Team die Kinder mit in die Geschichte von Herrn Ruckstuhl und Frau Bohnenblust. Daneben lief während der Woche auch ein klassisches CEVI-Programm: Schnitzeljagd, Schlangenbrot backen und Geländespiele. Das Jugend- und Freizeitzentrum Oeyetli war sozusagen der Treffpunkt, wo immer wieder alle zusammen fanden. Rosa Reiter von der Juga Saanenland/Obersimmental und der Zivildienstleistende Lorenz Koller hatten immer ein offenes Ohr für die Kinder. Am Mittag wurde jeweils im Ferienlager Eggli fein gekocht. Die CEVI Abteilung aus dem Diemtigtal übernachtete jeweils vor Ort und hatte abends ihr eigenes Programm. Nach dem Mittagessen hörten die Kinder einen Teil von «Unter dem Schirm», einer Geschichte über Roby, einem Zirkuskind, das viele Rückschläge erleiden muss, aber in einem Psalmwort aus der Bibel immer wieder Kraft schöpft.

Nach einer abwechslungsreichen Lagerwoche entstand am Ende der Woche eine ansprechende, humorvolle Wunderplunder-Zirkusvorstellung mit einem adrett gekleideten Direktor, amüsanten Clowns, Cowboy-Musikern, Gleichgewichtskünstlerinnen, Feuerspuckern und einer eigenwilligen Katze.

Die beiden Protagonisten, welche sich im Wald verirrt hatten und die Kinder am Donnerstag Morgen zwischen den Bäumen vor dem Zirkuszelt fanden, wurden nun in den Zirkus eingeladen. Als Gegenleistung mussten sie aber jeweils die Zirkusbühne umbauen.

«Frau Bohnenblust, wenn ich meine Matte eher aufgerollt habe als Sie, muss ich nicht ins Altersheim. Sind sie einverstanden?» dealt Herr Ruck-stuhl. Tatsächlich schafft es der alte Mann, schneller zu sein als sein Gegenüber, welches ihn zu gerne im Altersheim gesehen hätte. Das Zirkuspublikum lacht; die Kinder und Leiter der Zirkuswoche strömen alle auf die Bühne und singen zum Schluss das Wunderplunder-Zirkuslied:

Mir si jetz da, lache und springe, tanze u singe, das isch üsi Wält im blaugelbe Zält, voll Farbe und Liechter.

Uf der Wiese isch es Gstürm, säge d Chäfer zu den Würm. Me weiss es uf der halbe Wält: z’Saane steit z’Zirkuszelt!

Viel z’schnäll geit, was grad isch cho, nume im Härz blibt öppis stoh. Uf der Wiese steit e Fläck und e Wagespur im Dräck…

Kirchgemeinde Saanen, Kinder- und Jugendarbeit/Juga Saanenland/Obersimmental