Dem ländlichen Raum wichtige Impulse verleihen
Eine intensive Sitzung erwartete die Sitzungsteilnehmer der Interessengemeinschaft (IG) Ländlicher Raum in Steffisburg. Zu diskutieren gaben insbesondere der Autozubringer Emmental/Oberaargau, der Viehexport sowie das Gesundheits- und Schulwesen im Kanton Bern.
Gemäss einer Pressemitteilung im Nachgang zur kantonalen Abstimmung über die Motorfahrzeugsteuer vom 13. Februar 2011 ist zu befürchten, dass der Autobahnzubringer Emmental/Oberaargau zurückgestellt oder sogar sistiert werden könnte. Grund: Zu erwartende Mindereinnahmen von 120 Mio. Franken aufgrund der Zustimmung zum Volksvorschlag betreffend Senkung der Autosteuern. Gemäss Raumentwicklungskonzept soll dieser Zubringer einen optimalen Anschluss der südlich der Aare gelegenen Regionen Langenthal und Huttwil an das Nationalstrassennetz sicherstellen. Gleichzeitig soll der Siedlungsdruck von der Jurasüdfussachse in den südlichen Oberaargau ausgedehnt und einen wirtschaftlichen Fördereffekt erzielen. Die IG Ländlicher Raum spricht sich für eine rasche Realisierung aus, dies insbesondere auch, weil damit dieser Region wichtige regionalwirtschaftliche Impulse verliehen werden.
«Unhaltbar» ist für die IG Ländlicher Raum die negative Stellungnahme der Berner Regierung zur Wiedereinführung von Finanzhilfen des Bundes für den Viehexport. Als viehstärkster Kanton, welcher den grössten Anteil an Berggebieten aufweist, seien die Berggebiete besonders auf den Viehabsatz angewiesen. Mit der Aufhebung der Exportbeiträge per Anfang 2010 ist der Export schweizweit von 2800 auf 220 Tiere zusammengebrochen (90%!). Die IG ländlicher Raum plädiert dafür, den relativ bescheidenen Beitrag von 4 Mio. Fr./Jahr wiederum zur Verfügung zu stellen. «Der stetig sinkende Milchpreis, die Verbauung von wichtigem Kulturland sowie die starke Reglementierung (Ökologie, Natur- und Tierschutz) degradieren den Landwirt mehr und mehr zum Landschaftsgärtner», stellen die Vertreter der Landwirtschaft in der IG Ländlicher Raum abschliessend fest.
Einmal mehr auf der Traktandenliste standen das Berner Gesundheit- und Schulwesen im ländlichen Raum. Die IG ruft die Berner Bevölkerung dazu auf, die Spitäler in der Region zu frequentieren und die Hausärzte, diese zu empfehlen. Ab dem 1. August 2012 müssen die Berner Gemeinden Schulklassen mit kleineren Schülerzahlen selber finanzieren – die IG Ländlicher Raum wird die damit einhergehenden Probleme aufgreifen; auch die angekündigte Schliessung der Fachhochschule Burgdorf wird sie beschäftigen.