Mozart für Kinder, Jugendliche und Junggebliebene
Der Stein der Weisen – Die Zauberinsel
Im Festival-Zelt Gstaad wurde ein selten aufgeführtes, neu entdecktes Werk gespielt. 42 Kinder aus dem Saanenland erfreuten mit dem witzigen Singspiel «Der Stein der Weisen», welches kurz vor der Zauberflöte von Mozart und seinen Freunden geschrieben wurde.
Ausschnitte des Kinderchores. 42 Kinder aus dem Saanenland führten neu entdecktes Singspiel auf: Der Stein der Weisen.
Junge Künstler vollbrachten grosse Leistung: Am Kinder- und Familienkonzert des Menuhin Festivals bevölkerten 42 Kinder und Jugendliche aus dem Saanenland die Bühne des Festival-Zeltes in Gstaad. Sie standen im witzigen Singspiel «Der Stein des Anstosses», auch «Die Zauberinsel» genannt unter der Regie von Margrith Gimmel-Dauwalder. Für die musikalische Leitung und kindergerechte, auf das Konzert angepasste Bearbeitung zeichnete sich Roumen Kroumov verantwortlich. Für die Choreographie war Xenia Stucki zuständig. Bis in die hintersten Reihen wirkungsvoll präsentierte sich die klar strukturierte Kulisse (Bühnenbild). Eindrücklich übertrugen Felix Froschhammer (Violine), Valentina Velkova (Violoncello) und Roumen Kroumov (Klavier) die Instrumentalsätze, teils ergänzt mit weiteren Instrumenten wie Trompeten.
«Im Saanenland aufgetaucht»
Während einem halben Jahr wurde das rar aufgeführte Werk, kurz vor der Zauberflöte von Mozart und seinen Freunden geschrieben, in eigener Bearbeitung als Kinderoper eingeübt. Die Noten der feinen Musik blieben seit langem verschollen und sind erst 1996 gefunden worden, sodass der Aufführung im Saanenland nichts mehr im Wege stand. Am Sonntagnachmittag erfreuten die jungen Künstler mit Energie, Durchhaltewillen, Spielfreude und Herzblut das aufmerksam lauschende Publikum. Die Szenen wurden als Erinnerung von Eltern und Freunden in vielseitigen Kameras festgehalten.
Liebe, Eifersucht und Götter
Langsam füllte sich die Bühne: Eine bunte Schar zog durch das Festivalzelt ein. Die Kinder schlüpften in die Rollen von Astromonte (Halbgott, Herrscher von Arkadien), Eutifronte (unterirdischer Geist, Bruder des Astromonte), Sadik (Priester des Astromonte), Nadir (Sadiks Pflegesohn), Nadine (Sadiks Tochter), Lubano (Förster),
Lubanara (seine Frau), Genius/Vogel (Botschafter des Astromonte), vier Mädchen voller List, Schäfer, Wald,- unterirdische- und Schutzgeister. Die Szenen handelten von einem geheimnisvollen Zauberstein, um Liebe und Eifersucht, Götter, tanzende Kobolde, Elfen und Menschen. Klar und deutlich wirkten die gesprochenen Dialoge, die eingestreuten Gesänge solistisch und im Kinderchor. Die Aufführung mit teils turbulenten Szenen und dramatischen Höhepunkte fesselten sowohl Mitwirkende und Publikum.
Bei seinem Erscheinen sparte Eutifronte nicht an Donner und Blitz, die Hölle wurde eindrücklich dargestellt. Zaubereien und Verwandlungen wie etwa in eine Katze führten dazu, dass Lubano sang: «mein Weib ist nur noch eine Katze» und es folgte ein Miau-Duett. Und Nadir musste sich seine Nadine zurückerobern. Weisheitssprüche wie etwa «Überwindung und Geduld führen zum Glück» erhielt Lubano als er etwas zu essen verlangte. Eindrücklich und kurzweilig wechselten die Szenen zwischen Enttäuschung, Standhaftigkeit und Tapferkeit. Das Böse konnte beseitigt und das Gute besiegt werden.
«Das war umwerfend, was Kinder alles leisten können», «Das Singspiel ist gut geeignet, Kinder mit Musik von Mozart vertraut zu machen» war aus dem Publikum zu hören und Mitwirkende strahlten: «Es hat Spass gemacht». Heidy Mumenthaler