Der Zivilschutz feiert den 50. Geburtstag

Am 1. Januar 1963 trat auf Bundesebene das Gesetz über den Zivilschutz in Kraft. Gegründet als «Kind des Krieges» und mit dem Fokus auf die Errichtung von Schutzraumbauten hat sich der Zivilschutz zu einem wichtigen Partner bei der Bewältigung von Schadensereignissen und Katastrophen gewandelt. Zivile Einsätze – z.B. bei Sportveranstaltungen – haben grossen Stellenwert für die Beübung der internen Organisation und für die Zusammenarbeit mit Polizei, Sanität und Feuerwehr.

Zivilschutz-Ausbildung im Kompetenzzentrum in Spiez: Die Pioniere Kurt Janzi aus Zweisimmen und Patrick Beetschen aus Lenk an der Abschlussübung.

Zivilschutz-Ausbildung im Kompetenzzentrum in Spiez: Die Pioniere Kurt Janzi aus Zweisimmen und Patrick Beetschen aus Lenk an der Abschlussübung.

Auf nationaler Ebene wurde zum 50-Jahre-Jubiläum eine Zivilschutz-Briefmarke lanciert und am kommenden 21. Juni wird ein grosser öffentlicher Anlass auf dem Berner Bundesplatz stattfinden. Das Amt für Bevölkerungsschutz, Sport und Militär des Kantons Bern nutzt das Jubiläum, um den Zivilschutz dort zu zeigen, wo er im Einsatz steht. Im Regionalen Kompetenzzentrum Bevölkerung und Katastrophenschutz in Spiez orientierte Hanspeter von Flüe, Vorsteher des kantonalen Amts für Bevölkerungsschutz, Sport und Militär und seine Mitarbeiter über die Entwicklung und die Aufgaben. Pioniere in Ausbildung konnten bei ihrer Abschlussübung beobachtet werden.

25 000 Manntag für die Gemeinschaft

Die Zivilschutz-Organisation im Kanton Bern hat sich von seinen Anfängen in den Jahren 1964/65 bis heute ebenfalls stark gewandelt. Waren 1990 noch 392 Gemeinde-Zivilschutzstellen dafür zuständig, so sind es inzwischen 37 regionale Organisationen. Jährlich werden in Sumiswald gegen eintausend Berner und Bernerinnen für den Zivilschutzdienst eingeteilt. Aktuell leisten im Kanton Bern gegen 10 000 Leute Zivilschutzdienst. Sie leisteten im Jahr 2012 25 000 WK-Tage (Manntage) wobei es sich bei fast 80 Prozent der Einsätze zugunsten der Gemeinschaft (u.a. grosse Sportveranstaltungen) handelte.

Zivilschutz als verlässliches «Brauerei-Ross»

Oberste Priorität hat aber für den Zivilschutz die Unterstützung der Partner-Organisationen (Polizei, Feuerwehr, Gesundheitswesen und technische Betriebe) bei Grossereignissen, Katastrophen und Notlagen. «Polizei und Feuerwehren sind die Rennpferde, der Zivilschutz ist das Brauereiross, das bei einem Ereignis nach rund zwei Tagen in den Einsatz kommt und die Erst-Interventionisten ablöst», charakterisierte Hannes Mathys, Abteilungsleiter im kantonalen Amt für Zivil- und Bevölkerungsschutz das Vorgehen. Der Zivilschutz leistet dabei Führungs-Unterstützung, organisiert die Betreuung von Betroffenen, stellt Spezialisten (z.B. Holzer) zur Verfügung, übernimmt logistische Aufgaben (z.B. Verpflegung) und stellt die Anlagen- und Materialwartung sicher.

Grundausbildung mit neuen Modulen

Die Berner OberländerInnen werden für eine zehntägige Grundausbildung und für die Zusatz- und Kaderausbildungen in Spiez zusammengezogen. Neben den bisherigen drei Ausbildungs-Modulen (Pionierdienst, Betreuung, Stabsdienst) können Zivilschützer seit diesem Jahr auch direkt in den Funktionen Material- oder Anlagewart und Koch ausgebildet werden.

Bis heute wurde das Erlernen dieser Funktionen Teil der Zusatzausbildung für Spezialisten. Die Wiederholungskurse (WK) finden weiterhin vor Ort – für das Obersimmental und Saanen im Zivilschutzzentrum Zweisimmen – statt. Ernst Hodel