Buchvernissage in Gstaad: «Hier ist immer»
Die Kraft der Bilder, der Texte, der Musik
Die von über 200 Personen besuchte Buchvernissage am vergangenen Samstag war so stimmungsvoll wie das Werk selbst. «Hier ist immer» lautet der Titel des Buches der drei Herausgeber Käti Jaberg, Sigi Amstutz und Christian Bärtschi. Das Buch enthält Bilder des 1966 verstorbenen Malers Angelo Molinari und Kolumnen von Amstutz und Bärtschi.
Professor Dr. Roland Reichenbach, Walter Herren, Sigi Amstutz, Käti Jaberg und Christian Bärtschi bei der Buchvernissage von «Hier ist immer».
Die Sonne schien an diesem wenig winterlichen Adventswochenende durch die Glasscheiben und verpasste der ohnehin warmen Atmosphäre dieser Vernissage den letzten Schliff. Sie warf ein besonderes Licht auf die Musiker Bogdan Banu und Misha Ykovlev, zwei ehemalige Studenten der Internationalen Menuhin Music Academy (IMMA), die das Rahmenprogramm der Buchvernissage mit Stücken von Bach, Bloch und Händel/Halvorsen gestalteten.
Rätselhafter Titel
«Hier ist immer» lautet der Titel des Buches mit Werken von Angelo Molinari und den Kolumnen von Sigi Amstutz («Anzeiger von Saanen») und Christian Bärtschi («Frutigländer»). Ein Titel, der rätselhaft wirkt, der zum Innhalten und Nachdenken anregt. Das soll auch so sein.
In seiner Würdigung nahm Professor Dr. Roland Reichenbach, der in Gstaad zur Schule ging und heute an der Universität in Basel lehrt, Bezug auf ein Bild von Molinari, welches das Giferhorn abbildet. «Molinaris Landschaftsbilder sind ironischerweise kleinformatig», sagte Reichenbach. «Warum interessieren uns Landschaftsbilder überhaupt, wo sich Landschaften heute mit Fotografien doch viel besser abbilden lassen?», fragte er. «Sie interessieren wegen des Malers Blick. Sie zeigen seine Demut gegenüber einem Berg», sagte er. Die Bilder Molinaris erzählten Geschichten. Und selbst wenn keine Menschen oder Tiere auf den Bildern zu sehen seien, so erzählten sie doch Geschichten von diesen. Die Bilder in «Hier ist immer» sind keine Illustrationen zu den Kolumnen. Sie stehen für sich. «Doch in den Kolumnen kommt wie in den Bildern zum Ausdruck, wie beide, Kolumnisten und Maler, die Landschaft schätzen», sagte Reichenbach.
Ohne moralischen Zeigefinger
Die Kolumnisten Amstutz und Bärtschi gaben jeweils eine Kostprobe aus ihren Werken, bevor sie nahezu zwei Stunden lang Bücher signierten. Eine Überraschung hatte Sigi Amstutz noch inszeniert. Plötzlich kamen drei junge Männer in den Saal und boten dem Publikum eine komödiantische Einlage. Die Improvisationsgruppe «Mahama» machte deutlich, wie leicht man eine Vernissage mit einem Vermicelle verwechseln kann und strapazierten die Lachmuskeln der Gäste, bevor alle dann zum Apéro riche eingeladen waren.
Ein «Dreamteam» am Werk
Herausgeber des Buches «Hier ist immer» sind Käti Jaberg, die Witwe Angelo Molinaris, und die beiden Kolumnisten Sigi Amstutz und Christian Bärtschi. Amstutz ist den Lesern des «Anzeigers von Saanen» nicht nur als Kolumnist bekannt, der ehemalige Lehrer aus Turbach hat sich auch durch sein Engagement im Theater Turbach einen Namen bis weit über das Saanenland hinaus gemacht. Christian Bärtschi war Lehrer und Schulleiter einer Schule für behinderte Kinder und schreibt Kolumnen für den «Frutigländer». Für die Gestaltung des Buches verantworlich ist Walter Herren. «Ihr wart ein Dreamteam», sagte Frank Müller von Müller Marketing & Druck AG, der als Verleger des Buches für Druck und Produktion verantwortlich war und durch den Anlass führte.PD
Die beiden Autoren Christian Bärtschi (vorne) und Sigi Amstutz (hinten) signieren ihre Bücher.
Verleger Frank Müller führte durch den Anlass