Generalversammlung MOB im Landhaus Saanen

Die grossen Viadukte sind tragfähig – die Pensionskasse ebenfalls

Die MOB blickt auf ein gutes Geschäftsjahr zurück. Die Zukunft der Pensionskasse ist gesichert. Der Ertrag aus dem Personenverkehr hat zugenommen.

Verwaltungsratspräsident Water von Siebenthal umrahmt von seinen Direktoren Georges Oberson (seit dem 1. März 2011) und Richard Kummrow, nach 12 Jahren zurück getreten.

Verwaltungsratspräsident Water von Siebenthal umrahmt von seinen Direktoren Georges Oberson (seit dem 1. März 2011) und Richard Kummrow, nach 12 Jahren zurück getreten.

Am vergangenen Freitagnachmittag fand im Hotel Landhaus in Saanen die Generalversammlung der MOB statt. Verwaltungsratspräsident Walter von Siebenthal begrüsste die knapp hundert Aktionäre: «Ich habe heute das Privileg, von zwei Direktoren umrahmt zu sein. Herrn Richard Kummrow, abtretender Direktor und Herrn Georges Oberson, Direktor seit dem 1. März dieses Jahres.» Ihn erwartet nun eine interessante und verantwortungsvolle Aufgabe.

TransGoldenPass

Die MOB legte trotz schwächelnder Wirtschaftslage und teurem Schweizer Franken ein sehr gutes Resultat ab. Das Produkt Goldenpass ist noch attraktiver geworden und ist ein guter Trumpf für den Schweizer Tourismus. Das Modell der variablen Spurbreiten funktioniert und findet grosses Interesse. Der Verwaltungsratspräsident weiter: «Wir sind sehr stolz und glücklich, dass der TransGoldenPass aufgegleist ist und wir in Bälde mit unseren Zügen bis Interlaken fahren können.» Er dankte aber auch den Mitarbeitern der MOB, die die Reisenden im vergangenen Jahr ohne grosse Zwischenfälle transportierten.

In der anschliessenden Diskussion wurde die Frage aufgeworfen, ob diese Züge nicht auch bis in die Hauptstadt fahren könnten? Dies ist laut MOB theoretisch möglich, die Züge sind aber nur bis 100 Stundenkilometer ausgelegt. Da nach Bern höhere Geschwindigkeiten zugelassen sind, müsste noch nachgerüstet werden.

Sehr gutes Geschäftsjahr

Im vergangenen Jahr fuhr die MOB 1,2 Millionen Zugkilometer. Im Personenverkehr hat der Ertrag um 6% auf 13,136 Mio. Franken zugenommen. Die Abgeltungen der öffentlichen Hand nahmen um 11,4% auf 27,84 Mio. Franken zu.

Neuer Direktor seit dem 1. März

Richard Kummrow gibt mit seiner 13. Generalversammlung seinen Abschied. Er ist erfreut, dass es der MOB, vor allem wegen dem Goldenpass, im vergangenen Jahr so gut ging. Das letzte Jahr fasste er kurz in vier Feststellungen zusammen:

1. Die Einnahmen steigen – die Ergebnisse ebenfalls

2. Die Qualität stimmt – die Stimmung ebenfalls

3. Die grossen Viadukte sind wieder tragfähig – die Pensionskasse ebenfalls

4. Das Projekt TransGoldenPass ist aufgegleist – der neue Direktor ebenfalls.

Sanierung des Vorsorgewerks

Die letzte grosse Aufgabe für Direktor Kummrow war die Sicherung der Vorsorge. So musste die ASCOOP wegen vielen Austritten per 30. Juni liquidiert werden. Der Deckungsgrad betrug zu diesem Zeitpunkt noch 75,18%. Der Beitritt zur neuen Sammelstiftung PROFELIA war daher an die Bedingung geknüpft, dass der Deckungsgrad auf 90% angehoben wurde. Dazu mussten Darlehen von insgesamt 15,4 Millionen Franken aufgenommen werden. Weitere 85 597 Franken wurden aus Eigenmitteln finanziert.

Erfolg von Direktor Kummrow

Walter von Siebenthal richtete zum Schluss noch einige Worte an Richard Kummrow. In einem Satz fasste er seinen Rückblick zusammen: «In zwölf Jahren haben die Verkehrserträge um 45% zugenommen und gleichzeitig sind die Abgeltungen durch die öffentliche Hand um 20% reduziert worden.» Dies wohlverstanden bei gleichbleibendem Mitarbeiterbestand von ca. 300 Personen. Fabian Kopp

Anmerkung: Ich beabsichtigte mit dem Zug (mit Gratisbillet der MOB) an die Bahn-GV zu reisen, musste aber leider feststellen, dass das Bahnunternehmen seine Termine nicht auf alle Verbindungen abstimmte. Die Versammlung begann um 14.30 Uhr im Landhaus in Saanen. Mit dem Zug hätte ich um 13.05 Uhr in Zweisimmen abfahren müssen. Mit dem Auto konnte ich über eine Stunde sparen.