Verband für Simmentaler Alpfleckviehzucht und Alpwirtschaft (VSA)
Erwin Walker zum Ehrenmitglied ernannt
Die Delegiertenversammlung des VSA vom vergangenen Montagabend in Thun stand im Zeichen des abtretenden Geschäftsführers und der Sorgen um die Zukunft nach der Annahme der Agrarpolitik 2014–2017. Mit einer «standing ovation» wurde Erwin Walker von den gegen 400 Delegierten und Gästen zum Ehrenmitglied ernannt. Er hatte das Verbandschiff – nach dem unerwarteten Tod seines Vorgängers – im Herbst 1998 ad interim, und ab 1999 definitiv übernommen.
Ueli Bach, Turbach, VSA-Präsident; Christian Berger, Aeschi, neuer Geschäftsführer; Erwin Walker, Lenk, Ehrenmitglied mit Armin Hauswirth, der den bisherigen Geschäftsführer während seinem Präsidium ins Boot geholt hatte.
VSA-Präsident Ueli Bach bedauerte in seiner Einleitung den Ausgang der Agrar-Debatte: «Die Aufhebung der Tier-Beiträge ist ein Schaden für das Berggebiet. Wir werden uns vermehrt mit ökologischen Auflagen zu befassen haben. Das Chaos auf dem Milchmarkt ist noch nicht ausgestanden und Sorgen bereitet neuerdings der stockende Absatz von Alpkäse.»
Nagelprobe Milchmarkt
Nationalrat und noch Swissherdbook-Präsident Andreas Aebi hielt einen flammenden Aufruf für eine produzierende Landwirtschaft: «Eine produzierende Landwirtschaft bedeutet Investitionen in Gebäude, Einrichtungen und Maschinen. Nur mit Nebenerwerbsjobs zur Landschaftspflege können die jungen Bauern nicht motiviert werden. Zusammen mit meinen Kollegen Albert Rösti und Erich von Siebenthal war ich einer der 43 Parlamentarier, die der Agrarpolitik 2014–2017 nicht zustimmen konnten, weil wir unsere Chancen für künftige Verhandlungen nicht zum Vornherein schmälern wollen», fasste der Bauernvertreter seine Bedenken zusammen und fuhr fort: «In Sachen IndustrieMilch stehen wir im kommenden Sommer vor der Nagelprobe. Immerhin bedeutet der teils massive Anstieg der Viehpreise ein Silberstreifen am Horizont». Dem SVP-Nationalrat oblag es später, den 20 Landwirten im VSA-Gebiet zu gratulieren, die eine Kuh mit einer Lebendleistung von 100 000 kg Milch im Stall haben (Auszug siehe Kasten).
Ein Privileg, solche Leute zu haben
Auch der SVP-Nationalrat lobte die Verdienste von Erwin Walker: « Es ist für einen Verband ein Privileg, solche Leute wie dich zu haben». Diese Aussage wurde im Lauf des über dreistündigen Versammlungs-Marathons von verschiedenen Rednern wiederholt. Der scheidende Geschäftsführer durfte anerkennende und herzliche Dankesworte von den drei Präsidenten Armin Hauswirth, Gstaad, Niklaus Blatti, Oberwil und Ueli Bach, Turbach und weiterer Funktionäre entgegennehmen. Alle rühmten die minutiöse Protokollführung und Ausarbeitung von Vernehmlassungen, die sehr gute Vorbereitung von Veranstaltungen, die exakte Führung der Verbandskasse, die Abrechnungen über VSA-Anlässe (Munimärkte und Verbandsschauen), die professionelle Redaktion des VSA-Blettlis, die vorsichtige und erfolgreiche Finanz-Anlagepolitik und die innovative Haltung im Interesse einer vorausschauenden Verbandspolitik. «Der Verband ist kerngesund, gut positioniert und er hat eine gewichtige Stimme in der Landwirtschaftspolitik. Das war und ist auch dein Verdienst», war das Credo der verschiedener Gastreferenten. Die Ernennung zum Ehrenmitglied war darum eine (mit grossem Applaus begleitete) Formsache.
Junger, ambitionierter Nachfolger
Zum Nachfolger von Erwin Walker wurde der Meisterlandwirt und Lehrlingsausbildner Christian Berger aus Aeschi gewählt. Der 27-Jährige hat sich das Rüstzeug für den VSA auch durch die beim Schweizerischen Fleckviehzuchtverband abgeschlossene KV-Berufslehre geholt. Er legte an der DV einen sympathischen und engagierten Start hin. Ernst Hodel