800 Sonnenfinsternis-Gäste auf dem Niesen

«Es brauchte alle, um den Ansturm zu bewältigen»

Am Mittwoch, 12. August war in der Schweiz die grösste partielle Sonnenfinsternis bis ins Jahr 2075 zu sehen. Das Himmelsereignis lockte die Menschen in Scharen auf den Niesen. Dank der exponierten Lage und dem klaren Himmel war der Gipfel auf 2362mü.M. ein idealer Beobachtungspunkt. Der Ansturm brachte die Niesenbahn an ihre Grenzen.

Über 800 Personen verfolgten die Sonnenfinsternis vom Niesen aus.

Über 800 Personen verfolgten die Sonnenfinsternis vom Niesen aus.

© zvg/Niesenbahn

Aufgrund der limitierten Transportkapazität mussten einige Gäste abgewiesen werden. Bei 800 Gästen wurde der Transport bergwärts eingestellt. Mitarbeitende informierten die Ankommenden über die Wartezeiten und besetzten Parkplätze und die BLS verbreitete die «Niesen ausgebucht Nachricht» auf ihren Kanälen.

Um ca. 19.20 Uhr startete die Sonnenfinsternis. Pünktlich um 20.15 Uhr kam die letzte Bahn mit Gästen aus dem Tal auf Niesen Kulm an: Um 20.18 Uhr erreichte die Sonnenfinsternis nämlich den Höhepunkt, als die Sonne beinahe vollständig (über 91%) vom Mond bedeckt wurde. Nach der Sonnenfinsternis kamen die über den ganzen Gipfel verteilten Gäste um 20.48 Uhr noch in den Genuss eines einzigartigen Sonnuntergangs hinter dem Gantrisch.

Die Talfahrt brauchte Geduld, persönliche Betreuung und pragmatische Lösungen. So mussten ÖV-Reisende mit ad hoc-Shuttle-Transporten nach Frutigen, Spiez und Thun transportiert werden. Unter den Gästen wurden spontan Fahrgemeinschaften vermittelt, im Berghaus Niesen gab es bis Mitternacht «Verlängerung».

Dafür wurden die auf die Talfahrt wartenden Gäste bei ausnahmsweise abgeschaltetem Niesenlicht mit einer Sternschnuppen-Nacht belohnt. Um 0.40 Uhr kamen die letzten Gäste glücklich in Mülenen an. Die Begeisterung über das Himmelsereignis entsprach der Exklusivität des Ortes und der Seltenheit des Anlasses.

Die partielle Sonnenfinsternis vom Niesen aus gesehen.

Die partielle Sonnenfinsternis vom Niesen aus gesehen.

© zvg/Niesenbahn