Bergbahnen Destination Gstaad AG: Projekt umsetzen
Gemeinden stimmen dem Neubau der Gondelbahn Rougemont–La Videmanette zu
Die Gondelbahn Rougemont–La Videmanette wird nicht wieder in Betrieb genommen und noch in diesem Jahr durch einen Neubau ersetzt. Zu dieser Entscheidung kamen die Bergbahnen Destination Gstaad AG (BDG) und die Gemeinden der Region am Montagabend, 15. Februar 2010, beim sechsten Runden Tisch.
Die Vertreter der Gemeinden Rossinière, Rougemont, Château-d’Oex, Saanen, Lauenen, Gsteig, Zweisimmen und St. Stephan unterstützen nach eingängiger Beratung das Vorhaben der BDG, die bisherige 4-er-Gondelbahn (Baujahr 1984) durch eine neue Gondelbahn zu ersetzen. Andere Varianten der Erschliessung hat die BDG zwar geprüft, sie wurden jedoch aufgrund zu hoher Investitionskosten und zu hoher betrieblicher Folgekosten wieder verworfen. Mit dem Rückhalt der Gemeinden will die BDG dieses Projekt möglichst über den Sommer 2010 realisieren und deshalb so rasch wie möglich in das offizielle Plangenehmigungsverfahren einsteigen.
Finanzierbarkeit hat Vorrang
«Die Umsetzung unserer Pläne steht ausdrücklich unter dem Vorbehalt der Finanzierbarkeit des Projekts», versichert BDG-Direktor Armon Cantieni. Der Neubau wird nach einer ersten Schätzung mit rund 20 Millionen Franken zu Buche schlagen. Erste Sondierungsgespräche mit Finanzierungspartnern des Projekts wurden im Vorfeld des Runden Tisches bereits geführt, um eine konkrete Diskussionsbasis zu schaffen.
Reparatur scheidet aus Kostengründen aus
Die Gemeinden haben im Zusammenhang mit dem Investitionsprogramm «Konzentration», das bis zum Jahr 2018 Investitionen in Höhe von 160 Millionen Franken vorsieht, ein vertraglich verbrieftes Mitspracherecht. Der Neubau der Gondelbahn war ursprünglich für 2016 geplant. Aufgrund des Vorfalls am 16. Januar wurden Anfang Februar Material-Mängel festgestellt. Diese per Reparatur zu beheben, würde eine hohe sechsstellige Investitionssumme erfordern. Nach einer intensiven Kosten-Nutzen-Abwägung hatten die Geschäftsleitung und der Verwaltungsrat der BDG dafür plädiert, den Neubau der Bahn nun vorzuziehen.
Anlagenplanung bleibt verbindlich
Trotz dieser ausserplanmässigen Ausgabe will die Bergbahngesellschaft an den beschlossenen Bauprojekten für das laufende Jahr festhalten, die sich insgesamt bis zu 41 Millionen Franken summieren. «Eine Verschiebung der anvisierten Projekte kommt für uns nicht in Frage», betont Armon Cantieni. «Die Anlagenplanung, welche durch den Verwaltungsrat und die Gemeinden genehmigt wurde, bleibt für uns verbindlich.» Allenfalls eine Verschiebung des Rückbaus der Sesselbahn Rubloz kommt in Betracht – und dies auch nur mit Zustimmung der Gemeinden. Ob die neue Gondelbahn Rougemont–La Videmanette auf den Winter 2010/2011 bereits in Betrieb gehen kann, darüber lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt noch keine Aussage machen.
Service für Wintersportler
Um den Wintersportlern bis zum Ende Saison 09/10 bestmöglichen Service zu bieten, bleibt der Pendelbus von der Talstation Rougemont zur Talstation Saanen–Eggli weiterhin im Einsatz. Die Pisten zwischen Eggli undLa Videmanette sind bestens präpariert. Die Liftanlagen Rubloz und Les Gouilles sowie die «Va-et-vient»-Gondel hinauf zum geöffneten Bergrestaurant laufen. Auch die Talabfahrt bis nach Rougemont steht zur Verfügung. Kerstin Sonnekalb