Strategische Leitlinien mit Leben
«Gstaad 2020+» – eine Region nimmt ihre Zukunft in die Hand
«Gstaad 2020+ Auf dem Weg zu mehr Nachhaltigkeit» – unter diesem Titel nimmt die Ferienregion Gstaad in einem neuartigen und umfassenden Meinungsbildungsprozess ihre Zukunft in die Hand. Ziel ist es, die Destination nachhaltig weiterzuentwickeln und die Marke Gstaad weiterhin attraktiv und stabil zu verankern. Da die künftige Ausrichtung alle angeht, haben Gstaad Saanenland Tourismus und der initiierende örtliche Hotelierverein Vertreter aller relevanten Interessengruppen zur Teilnahme eingeladen. Die Resonanz ist beachtlich. In verschiedenen Arbeitsgruppen wurden inzwischen erste Ansatzpunkte für eine mögliche Weiterentwicklung und Positionierung der Region ausgearbeitet.
Der ausgedehnte Kreis der Beteiligten.
Die Initiative wurzelt in der Diskussion um das 2010 überarbeitete Leitbild von GST und einem parallel dazu vom Hotelierverein Gstaad Saanenland eingebrachten Ansatz für eine umfassende Zukunftsgestaltung. In der Hauptversammlung vom 16. März 2010 wurde das neue Leitbild genehmigt. Dieses enthält die wesentlichen Rahmenbedingungen, innerhalb derer sich GST bewegen soll. Um dieses Leitbild mit Leben zu erfüllen und dem Ziel eines breiten Konsens’ in Form eines so genannt «Regionsvertrags» näher zu kommen, haben GST in Kooperation mit seinem Vorstand und der Hotelierverein einen Ansatz erarbeitet. Teilnehmer aus GST-Vorstand und Geschäftsleitung, dem Hotelierverein und den Bergbahnen hatten sich in mehreren Workshops intensiv damit auseinandergesetzt, wie der Weg in die Zukunft aussehen könnte.
Letztes Paradies in einer verrückten Welt
Zunächst erstellte das Gremium ein Grundsatzpapier. Als dessen Leitgedanke diente ein Julie-Andrews-Zitat, auch wenn dem Gremium bewusst war, dass dies keine Zukunftsvision im klassischen Sinn darstellt. Die US-Schauspielerin und Stammgast der Region nannte Gstaad «das letzte Paradies in einer verrückten Welt». Dieses Motiv bringt jedoch die Philosophie und Stärken der Destination sowie die Achtung traditionsorientierter Werte auf den Punkt, die auch weiterhin Bestand haben sollen. Die weitere Diskussion ergab, dass es neben der Optimierung bestehender Angebote auch innovativer Ideen bedarf, um die Destination in eine geordnete Zukunft zu führen. Dass man zu diesem Zweck sämtliche örtlichen Anspruchsgruppen in den Dialog mit einbeziehen muss, darüber waren sich die Vertreter von GST und dem Hotelierverein schnell einig.
Relevante Interessengruppen an einem Tisch
Der Kreis der Beteiligten wurde ausgedehnt. Das Plenum tagte erstmals im März 2011. Am Tisch sassen nun Vertreter der Gemeinden, des Gastgewerbes, der Schneesportschulen, der Bergführer, der Bergbahnen, der Landwirtschaft, des Gewerbes, der Privatschulen, Eventveranstalter und von GST. Es zeigte sich schnell, dass sich die jeweiligen Interessengruppen in ihren Vorstellungen über die künftige Entwicklung der Region stark unterscheiden. Hier die Kommunikation in Gang zu bringen und Handlungsfelder zu definieren, war ein erstes Etappenziel. In einem zweiten Schritt erörterten die Teilnehmer diverse Herausforderungen, die die Destination bei der Weichenstellung zu meistern hat.
Exzellenz, Nachhaltigkeit und Ganzjahrestourismus
Die Akteure verständigten sich über die Prioritäten, die in Strategien sämtlicher Leistungsträger künftig Berücksichtigung finden sollten. In den Vordergrund rückten dabei Schlagworte wie Exzellenz, Nachhaltigkeit und die Ausrichtung als Ganzjahresdestination. Als weitere Erfolgsfaktoren auf dem Weg in die Zukunft kristallisierten sich Genuss, Emotionen, Werte und Sicherheit heraus. In Kleingruppen diskutierten die Interessenvertreter, welche konkreten Massnahmen weiterverfolgt werden können. Es zeichnen sich inzwischen vielversprechende Ansätze ab.
Zukunft gemeinsam gestalten
«Wir setzen hier auf einen konstruktiven und zündenden Meinungsaustausch, auch wenn dieser Prozess langwierig und nicht leicht erscheint», betont GST-Direktor Martin Bachofner. «Nur so schaffen wir einen breiten Konsens innerhalb der Region.» Gerade diese Heterogenität ist für ihn ein Erfolgsrezept für die nachhaltige Entwicklung der Destination. Der Prozess ist im Gang. Über den weiteren Fortschritt wird GST die Öffentlichkeit weiterhin auf dem Laufenden halten. Kerstin Sonnenkalb