Landwirtschaftsbetriebe haben sehr hohe Herausforderungen

Mehrstufige Landwirtschaftsbetriebe haben sehr hohe Herausforderungen zu meistern. Davon hat sich eine Delegation aus der LOBAG und dem Berner Oberland zusammen mit Regierungsrat Andreas Rickenbacher Ende Juni 2013 überzeugen können. Das grösste Anliegen der Bauernfamilien ist, dass sie mit ihrer Arbeit in den steilen Bergbetrieben nicht unbegrenzte Aufstockungen vornehmen können und ihre Arbeitsleistung ernst genommen wird.

Nationalrat Erich von Siebenthal und Regierungsrat Andreas Rickenbacher.

Nationalrat Erich von Siebenthal und Regierungsrat Andreas Rickenbacher.

Ende Juni 2013 hat sich Regierungsrat Andreas Rickenbacher auf Einladung der LOBAG Kreiskommission Berner Oberland zusammen mit Vertretern der LOBAG Kt. Bern und der ländlichen Entwicklung Berner Oberland ein Bild über die Situation von mehrstufigen Landwirtschaftsbetrieben am Beispiel der Höfe der Familien Stäger und Graf im Lauterbrunnental gemacht.

Die beiden Bauernfamilien haben eindrücklich aufgezeigt, mit welchen Herausforderungen die Betriebe zu kämpfen haben: Bereits im Tal ist der Aufwand für die Bewirtschaftung in den exponierten Hanglagen sehr hoch. Dazu kommt der Koordinationsaufwand mit den anderen Landwirtschaftsbetrieben, damit die Arbeiten, welche für die Nutzung der Alpweiden mit dem eigenen Vieh und den Kühen, welche von Betrieben aus dem Mittelland gebracht werden, gewährleistet ist.

Die direkte Verkäsung der Milch auf dem eigenen Hof ist eine Massnahme, um die Transporte zu minimieren und den Ertrag zu verbessern. Allerdings gestaltet sich der Absatz der Produkte nicht ganz einfach. Die Bauernfamilien wünschen sich, dass die Hotellerie und Gastronomie vermehrt regionale Produkte einsetzen und von den Betrieben, welche vor Ort produzieren, profitieren zu können.

Auf der Alp Bletschen und in der Alpkäserei Winteregg konnte sich die Delegation direkt von den Rahmenbedingungen überzeugen und verschiedene Vertreter der Alp informierten über die Abläufe und die Schwierigkeiten. Die Verhinderung der Vergandung bedeutet einen riesigen Aufwand für die Landwirte und sollte aus Sicht der Ortsvertreter zwingend genügend abgegolten werden.

Roland Luder, Biologe, zeigte auf, was Landschaftsqualität in einer Bergregion. Die vier W, Wiese, Weide, Wasser und Wald sind zentrale Bestandteile der Landschaften. Damit die Qualität dieses Landschaftsbildes erhalten werden kann, ist ein hoher Aufwand durch die Landwirte zu betreiben. Dies soll im Rahmen des durch die AP 2014–17 neu geschaffenen Instrumentes der Landschaftsqualitätsbeiträge honoriert und abgegolten werden. Wichtig ist, dass nicht die einzelnen Steine und Hindernisse als Qualitätsmerkmale abgegolten werden, sondern der Aufwand zum Erhalt als Kriterium herangezogen wird.

Generell wurde während der Begehung deutlich, dass die Bauernfamilie in erster Linie Anerkennung für die Arbeit zum Erhalt der schönen Landschaft und der aufwändigen Bewirtschaftung der Hanglagen sowie ein offenes Ohr und Verständnis für Ihre Anliegen wünschen.

Die Teilnehmer der Exkursion waren sich einig, dass von allen Beteiligten noch Hausaufgaben zu machen sind: sei es in der Anpassung der Kriterien für die Landschaftsqualitätsbeiträge für das Berggebiet, der Sensibilisierung der Tourismusakteure für die regionalen Produkte oder weitere Steigerung der Innovation der Betriebe. Das Verständnis und die Zusammenarbeit zwischen Landwirtschaft und Tourismus muss weiter gefördert werden. Susanne Huber

v.l.n.r. Regierungsrat Andreas Rickenbacher, Nationalrat Erich von Siebenthal, Regierungsstatthalter Christian Rubin, Adrian Wyss, Geschäftsführer LOBAG, Niklaus Stäger, Hofbesitzer.

v.l.n.r. Regierungsrat Andreas Rickenbacher, Nationalrat Erich von Siebenthal, Regierungsstatthalter Christian Rubin, Adrian Wyss, Geschäftsführer LOBAG, Niklaus Stäger, Hofbesitzer.

Landwirtschaftsbetriebe haben sehr hohe Herausforderungen
Landwirtschaftsbetriebe haben sehr hohe Herausforderungen
Landwirtschaftsbetriebe haben sehr hohe Herausforderungen
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