125 Jahre «Compagnie du chemin de fer Montreux Oberland bernois»: Offizielle Jubiläumsfeier in Gstaad
«Le MOB est une Suisse en miniature!»
Anlässlich der offiziellen Feierlichkeiten zum 125-jährigen Bestehen hat die Montreux Oberland Bernois Bahn (MOB) in Gstaad Behördenvertreter, Wirtschafts- und Tourismuspartner sowie zahlreiche Gäste zu einer Veranstaltung versammelt, die ganz im Zeichen von Geschichte, Innovation und Zukunftsorientierung stand. Zu den Höhepunkten des Tages gehörten die Enthüllung der neuen Folierung einer Lokomotive, die Vernissage eines historischen Werks über die Bahnlinie sowie die Verabschiedung eines langjährigen Mitarbeiters.
Bundesrat Albert Rösti überbrachte der MOB die Grussworte der Regierung.
Am Freitagmorgen des 21. August 2026 hiess Nicolas Vauclair als MOB-Vizepräsident bereits vor neun Uhr die ersten Gäste im Bahnhof Interlaken Ost willkommen. Ziel der trotz garstigem Wetter einzigartigen Reise mit dem Goldenpass Express vom Thunersee durchs Simmental ins Saanenland war der symbolträchtige MOB-Bahnhof in Gstaad, wo die offizielle Feier zum 125-jährigen Bestehen der geschichtsträchtigen Bahnlinie stattfand.
Die «Röstibrücke» als verbindendes Element
Und während im Bahnhof Zweisimmen die Umspuranlage das Drehgestell des Zuges von Normal- auf Schmalspur drehte, bestieg mit Anne Speiser auch die höchste Bernerin den exklusiven Zug und wurde von den angereisten Gästen herzlich begrüsst. Weiter ging die Fahrt über die Möser Richtung Gstaad, wo die Gästeschar von der einheimischen Alphorngruppe Gstaad willkommen geheissen wurde. Die Menschenansammlung – bunt durchmischt von geladenen Gästen und internationalen Reisenden – zeigte sich ob der warmen Klänge entzückt und liess sich auch vom teils kräftigen Regen nicht irritieren.
Aus der Alphorngruppe löste sich kurz darauf eine Trachtenfrau und ergriff das Mikrofon: Es war dies Petra Schläppi, die als Gemeindepräsidentin von Saanen die Gäste im Gstaad herzlich willkommen hiess und zurückblickte: «125 Jahre Pioniergeist, Innovationskraft und unzählige Geschichten – wenn wir uns vorstellen, mit welchen Möglichkeiten Ende des 19. Jahrhunderts eine Bahnlinie geplant und gebaut wurde, dann können wir nur den Hut ziehen.»
Und schon folgte ein weiterer Höhepunkt der Veranstaltung, als die Lokomotive 8002 mit einem traditionellen Schweizer Scherenschnitt versehen, in den Gstaader Bahnhof einfuhr. Das Motiv stammt vom Künstler und langjährigen Eisenbähnler Ueli Hauswirth aus Zweisimmen, der seinen Scherenschnitt in erklärenden Worten und sichtlich berührt erläuterte, bevor er das Scherenschnitt-Bild dem MOB-Präsidenten Laurent Wehrli überreichte. Der Scherenschnitt zeigt nebst diversen MOB-typischen Motiven auch eine Brücke «die Röstibrücke», die als verbindendes Element zwischen den Regionen dienen soll.
Eine Feier zwischen Tradition und Zukunft
Mit historischen Bussen und einem kräftigen «Düdado» ging die kurze Fahrt anschliessend hoch zum Gstaad Palace, wo sich die geladene Gästeschar zur offiziellen Jubiläumsfeier versammelte. Die Veranstaltung hatte zum Ziel, sowohl das eisenbahnhistorische Erbe als auch die innovative und zukunftsgerichtete Ausrichtung des Unternehmens hervorzuheben. Sie bot zudem Gelegenheit, die Rolle der MOB als verbindendes Element zwischen Regionen, Sprachräumen und Tourismusdestinationen während der vergangenen 125 Jahre zu würdigen. Und so boten die Feierlichkeiten gleichzeitig den Rahmen für die Vernissage des gut 250 Seiten starken Werkes «Kommen Sie mit auf eine schöne Reise!», das sowohl über die 125-jährige Geschichte der MOB, als auch über eine aussergewöhnliche Reise durch die Schweiz berichtet. Tourismushistoriker Laurent Tissot, Schriftstellerin Nadya Simonian sowie Fotograf Jack Varlet haben das gemeinsam verfasste Buch, das sowohl in Deutsch als auch in Französisch erhältlich ist, in launigen Worten vorgestellt.