Bergregion Obersimmental-Saanenland

Neues Co-Präsidium mit Aldo Kropf und Christian von Känel

Die Geschäftsleitung der Bergregion wird auf acht Mitglieder verkleinert und das externe Co-Präsidium ersatzlos gestrichen. Einstimmig wählten die Delegierten am Mittwochabend Aldo Kropf, Gemeindepräsident von Saanen, und Christian von Känel, Gemeinderatspräsident von Lenk, an die Spitze der Geschäftsleitung.

Die neuen Co-Präsidenten der Bergregion Obersimmental-Saanenland:Christian von Känel und Aldo Kropf.

Die neuen Co-Präsidenten der Bergregion Obersimmental-Saanenland: Christian von Känel und Aldo Kropf.

«Die Bergregion macht sich stark für ihre Auflösung.» So titelte der «Anzeiger von Saanen» nach der letztjährigen Delegiertenversammlung. «Die Regionalkonferenz Thun-Oberland West (RKTOW) ist die richtige Fortsetzung der Bergregion», betonte Co-Präsident Walter von Siebenthal damals. Das Stimmvolk hat es anders gesehen und die Einführung der Regionalkonferenz am 13. Juni abgelehnt, wenn auch knapp. «Das Resultat wird akzeptiert und die Bergregion des westlichsten Teils des Kantons Bern wird weiterhin zu Gunsten unserer wunderbaren Region im Einsatz stehen. Die bestehende Zusammenarbeit unter den drei Regionen wird weitergeführt und noch weiter optimiert», betonten die beiden Co-Präsidenten Erwin Walker und Walter von Siebenthal vor den Delegierten. Vom Tisch sei das Thema RKTOW jedoch nicht. «Der Druck von Bund und Kanton wird steigen. Das Klima wird rauher, die Mittel sind beschränkt, der Verteilkampf härter», so von Siebenthal. Es werde einige Energie kosten, wieder eine ähnlich gute Ausgangslage zu schaffen, sagte Andreas Grünig, Geschäftsleiter der Bergregion.

Die Geschäftsleitung der Bergregion musste im Berichtsjahr eine weitere «Niederlage» hinnehmen. «Die Chance, für die Region an zentraler Lage ein neues und modernes Akutspital auf Jahre hinaus zu sichern, ist verpasst worden.»

Eine verbindende Idee

Hat der Spitalstreit das Verhältnis zwischen den beiden Regionen stark belastet, soll das Projekt Natur & Kultur verbinden. «Das Projekt verbindet Menschen, die Gemeinden der beiden Regionen, verschiedene Landschaften», so Grünig. «Als verbindendes Element steht ein Rundweg um die ganze Bergregion, mit buchbaren Angeboten, einheimischen Produkten und Dienstleistungen.» Das Rad werde nicht neu erfunden, bestehende Wander- und Spazierwege sollen genutzt werden und neue Angebote dazukommen. «Die Schätze an Flora, Fauna, Geologie, Kultur usw. werden dem Gast gezielt näher gebracht und machen die Region besonders attraktiv und einzigartig. Weiter werden die Besucher mit der Rundroute an diverse Übernachtungs- und Verpflegungsmöglichkeiten herangeführt.» In der Arbeitsgruppe vertreten sind auch die Tourismusverantwortlichen der drei Destinationen Gstaad, Zweisimmen und Lenk. Die planerische Umsetzung ist im Gang, der Startevent für den Frühsommer 2012 geplant.

Neue Spitze

Die Geschäftsleitung wurde auf acht Mitglieder verkleinert, aus ihrem Kreis wird künftig das Co-Präsidium gewählt mit je einem Vertreter aus dem Saanenland und dem Obersimmental. Das externe Co-Präsidium wurde ersatzlos gestrichen. Einstimmig wählten die Delegierten Aldo Kropf, Gemeindepräsident von Saanen, und Christian von Känel, Gemeinderatspräsident von Lenk, als Nachfolger von Walter von Siebenthal und Erwin Walker. Die frisch Gewählten verabschiedeten ihre Vorgänger und würdigten deren immenses Engagement zu Gunsten der Bergregion. Beide hätten sich stets für Lösungen und gangbare Wege eingesetzt. Walter von Siebenthal war 20 Jahre Co-Präsident der Bergregion. «Damals bestand sie noch aus zwei Vereinen und einem Kassier sowie dem Geschäftsführer Erich Kohli», erinnerte Aldo Kropf. Ein Geschäft, das die ganze Amtszeit überdauert habe, sei die Deponie Teilegg. «Eine erste Begehung fand noch vor seiner Wahl statt.» Schon damals habe man eine Erschliessung via Unterbort Saanen verworfen. Erwin Walker war drei Jahre im Amt. Seine Epoche sei belastet gewesen durch die Spitaldiskussion, seine eigentlichen Anliegen – z.B. erneuerbare Energie, die Schaffung von Arbeitsstellen und die zusätzliche Generierung von Wertschöpfung in der Region – seien dadurch in den Hintergrund gerückt, betonte von Känel.

Schwarze Zahlen

Die von Andreas Grünig erläuterte Jahresrechnung schliesst bei einem Aufwand von 415 467 Franken und einem Ertrag von 428 329 Franken mit einem Einnahmenüberschuss von gut 12 800 Franken ab. Einstimmig genehmigten die Delegierten die Rechnung und das Budget 2011, das mit einem Ausgabenüberschuss von knapp 40 000 Franken rechnet. Ohne Diskussion genehmigt wurde auch die Rechnung des Regionalen Waldsanierungsfonds. Im Berichtsjahr wurden knapp 32 000 Franken für Beiträge an Holzheizungen ausgeschüttet. Auch im Budget 2011 sind dafür 30 000 Franken vorgesehen. «Das ist gut investiertes Geld – gerade im Hinblick auf den Bundesrats-Entscheid betreffend Atomausstieg», betonte Martin Marti im Rahmen seiner Erläuterungen.

Von der Vision zum Projekt

Seit 60 oder sogar seit 90 Jahren – je nach Quelle – spricht man von der Dritten Schiene. Unzählige Varianten hat man geprüft und wieder verworfen. Letztlich schien die Vision an der Finanzierung zu scheitern. Nun ist der Durchbruch gelungen, dank einem Drehgestell mit variabler Spurweite. «Die Antwort heisst TransGoldenPass», betonte MOB-Direktor Richard Kummrow. «Wenn man das Gleis nicht anpassen kann, passen sich die Fahrzeuge an.» Mit viel Elan stellte er den Delegierten das Projekt vor, zeigte auf, wo Hindernisse und Herausforderungen lauerten und wie das Ganze funktioniert. Zweisimmen wird zum Spurwechselbahnhof, der Wechsel dauert maximal fünf Minuten. Auf 97 Millionen Franken ist das Projekt veranschlagt, 55 Millionen für die Fahrzeuge, 42 Millionen für den Umbau des Bahnhofs Zweisimmen. 76 Millionen Franken hätte man auch ohne den Spurwechsel investieren müssen, da der Bahnhof Zweisimmen schon lange nicht mehr den Normen entspreche und auch die Fahrzeuge hätten ersetzt werden müssen. «Letztlich sind es Mehrkosten von ‹nur› 21 Millionen Franken», so Kummrow. Auf die öffentliche Hand entfallen 15 Millionen Franken, der Rest wird durch eigene Mittel finanziert. Wann der kommerzielle Betrieb aufgenommen wird, wollte Kummrow (noch) nicht verraten, das überlasse er seinem Nachfolger. Die serienmässige Fabrikation der Fahrzeuge ist für 2013 bis 2015 geplant, der Bahnhofumbau ab 2013. Anita Moser

Walter von Siebenthal war 20 Jahre Co-Präsident der Bergregion Obersimmental-Saanenland, Erwin Walker drei Jahre.

Walter von Siebenthal war 20 Jahre Co-Präsident der Bergregion Obersimmental-Saanenland, Erwin Walker drei Jahre.

Die Gemeinderatspräsidenten von Lenk und Saanen bilden das neue CO-Präsidium der Bergregion. Simmental-Saanenland