Neues Kurslokal für die Oberländer Holzbauer

Die Oberländer Holzbauer benötigen ein neues Kurslokal. In Frage komme nur ein Projekt in der Region. Standortfavorit ist Frutigen.

Das neue Vorstandsmitglied der Oberländer Holzbauer Stefan Hofmann (links) mit den abtretenden Kollegen Markus Zurbuchen und Hans Jaun.

Das neue Vorstandsmitglied der Oberländer Holzbauer Stefan Hofmann (links) mit den abtretenden Kollegen Markus Zurbuchen und Hans Jaun.

«Was einmal die Aare hinunter geschwommen ist, kommt nie mehr zurück», so äusserte sich vor Jahren ein Berufsschullehrer und Bödelipolitiker. Dieser Satz könnte gut als Motto für die Diskussion stehen, welche die Oberländer Holzbauer am Samstag an ihrer Generalversammlung im Spiezer Restaurant Seegarten Marina zu einem neuen Kurslokal führten. Unbestritten ist offenbar, dass die bestehende Lokalität in Wilderswil in Zukunft vor allem platzmässig nicht mehr genügt. Daher hat der Vorstand unter Leitung von Präsident Arnold Reuteler verschiedene Standorte und Varianten geprüft. Ein gemeinsames Projekt zusammen mit den Schreinern hielt einer näheren Prüfung nicht stand. Klar wurde in einer Abstimmung an der Versammlung nur, dass sich alle Mitglieder gegen eine kantonale und für eine regionale Lösung im Oberland entscheiden wollen. Dafür genehmigten die Holzbauer zwei Kredite: 20 000 Franken für die Arbeiten des Vorstandes und der Geschäftsstelle und 30 000 Franken für den externen Planungsaufwand. Weil der Kanton beim BIZ Interlaken kein Land zur Verfügung stellen will, blieb als Favorit der Standort in der Gemeinde Frutigen übrig. «Ausser dass die Anbindung an den öffentlichen Verkehr noch etwas zu wünschen übrig lässt, sprechen viele Gründe für ein solches Projekt», erklärte Präsident Reuteler. Der Standort wäre nahe beim Bahnhof, die Gemeinde bietet einen günstigen Baurechtszins und die nötige Mensa würde durch die Gemeinde gebaut und betrieben. Ausserdem könnten Synergien mit der Berufsschule gewonnen werden. Für das Projekt wird mit kosten von 3,5 Mio. Franken gerechnet. Die Finanzierung muss nun noch konkretisiert werden.

Nachwuchs ist wichtig

Die Holzbauunternehmen schenken der Ausbildung des beruflichen Nachwuchses grosse Beachtung. Von den Zimmerleuten EFZ (eidgenössisches Fähigkeitszeugnis mit neu einer Lehrzeit von vier Jahren) schafften im letzten Jahr 67 den Abschluss, von den Holzbearbeitern EBA (eidgenössischer Berufsattest mit einer Lehrzeit von drei Jahren) waren es deren acht. Sehr gut besucht waren der Maschinenkurs, der Schiftkurs (gezielte räumliche Aufstellung von Holzteilen) und der Treppenbaukurs. Zurzeit stehen in den drei ersten Lehrjahren 230 Zimmerleute und in den ersten zwei Lehrjahren zehn EBA-Holzbearbeiter in der Ausbildung. Beteiligt daran sind über hundert Lehrbetriebe. Neu für Hans Jaun wurde Stefan Hofmann Bönigen in den Vorstand gewählt. Der Sitz des zurückgetretenen Markus Zurbuchen bleibt vorerst vakant.