Gemeinsame Rettungsübung

Schulbus von Zug erfasst und eingeklemmt

Am Montag fand eine grosse, gemeinsame Übung verschiedener Partner auf dem MOB-Areal in Zweisimmen statt. Das Szenario simulierte einen Unfall mit einem voll besetzten Schulbus und einem Zug. An der Übung nahmen neben den Personenrettungs-Stützpunkten (PbU) Saanen und Zweisimmen auch dieMOB, die Polizei, der Rettungsdienst der Spital STS AG und der Samariterverein teil.

Die Feuerwehr bei der Bergung der Verletzten aus dem eingeklemmten Fahrzeug.

Die Feuerwehr bei der Bergung der Verletzten aus dem eingeklemmten Fahrzeug.

Der inszenierte Horrorunfall, den die Retter am vergangenen Montag auf dem MOB-Gelände in Zweisimmen antrafen, wird hoffentlich nie Wirklichkeit. Ein voll besetzter Schulbus wurde von einer Zugkomposition erfasst und eingeklemmt. Es wurden sieben Kinder und zwei Erwachsene zum Teil sehr schwer verletzt. Der Lokführer des Zugs stand unter Schock.

Vorsicht bei Strom

Bei einem solchen Unfall ist die Gefahr eines Stromschlags nicht auszuschliessen. Bei der MOB fliessen 1000 Volt Gleichstrom, bei der SBB/BLS sogar 15’000 Volt Wechselstrom. Bevor also geholfen werden kann, musste der Strom abgeschaltet werden. Dies dauerte bei der Übung etwa 10 bis 15 Minuten, in der Realität könnte dies sogar noch länger dauern. Laut Beat Feller von der MOB sind alle MOB-Lokführer ausgebildet, dass sie den Strom im Notfall abschalten und die Leitungen sichern können. Erst danach konnte zu den verletzten Personen vorgedrungen und der Zug (gegen ein Weiterrollen) gesichert werden.

Das Szenario

Damit die verschiedenen Helfer bei einem Grossereignis ideal zusammenarbeiten können, braucht es ein solches Übungsszenario. Die Übungsanlage war sehr gut. Das Szenario wurde von der Feuerwehr Zweisimmen zusammen mit der MOB organisiert. Neben den Rettern braucht es auch Figuranten. Den Erwachsenen und Kindern danken die Verantwortlichen an dieser Stelle ganz herzlich.

Auch der MOB danken die Organisatoren. Die Zusammenarbeit funktionierte hervorragend. Die MOB-Leitung war begeistert von der Übung und ist erfreut, dass diese auf ihrem Gelände durchgeführt wurde. Gerne würden sie auch bei der Organisation von weiteren Übungen helfen.

Verschiedene Aufgaben

Bei einem grösseren Unfall nimmt jede Organisation und jeder Helfer eine besondere Aufgabe wahr. Die Polizei ist für die Zusammenarbeit auf der Unfallstelle verantwortlich und übernimmt die Gesamteinsatzleitung. Sie hilft bei der Koordination. So musste die MOB für die Stromabschaltung informiert, zwei Helikopter aufgeboten und Spitäler informiert werden. Auch die Samariter wurden zu Hilfe geholt.

Für die korrekte Behandlung der verletzten Personen und die Vorgehensweise bei der Rettung ist der Rettungsdienst der Spital STS AG verantwortlich. Er entscheidet, welche Personen als erste geborgen werden sollen und wer sie danach weiterbehandelt. Der Einsatzleiter der Sanität organisiert auch den Abtransport der Patienten.

Die Feuerwehr hilft bei der Bergung der Patienten. Sie ist zudem für die Sicherung der Unfallstelle und für den Brandschutz verantwortlich.

Bei grösseren Ereignissen wird auch der Samariterverein aufgeboten. Er unterstützt die Ärzte und Rettungssanitäter. Bei der Übung bauten die Samariter den Heuschopf der Landi zu einer Sanitätshilfsstelle um und stellten ein Samariterzelt auf. Es wurde ein Triageort eingerichtet, der bei einem solchen Grossereignis sehr wichtig ist. Da nicht alle Patienten gleichzeitig behandelt und abtransportiert werden können, legt ein Arzt die Priorität nach dem Schweregrad der Verletzungen fest. Der Samariterverein hilft bei der Behandlung der Patienten und bei der Betreuung von Personen.

Damit die Verunfallten so schnell wie möglich geborgen werden konnten, brauchte es schweres Gerät. Im Ernstfall würden neben den einheimischen Kräften auch der Personenrettungs-Stützpunkt Thun und der Bahnstützpunkt Frutigen beigezogen. Bei der Übung wurden fiktiv zusätzlich zwei Rettungshelikopter und das Care Team aufgeboten.

Zusammenarbeit fördern

Insgesamt haben über 50 Personen an der Rettungsübung teilgenommen. «Die Zusammenarbeit mit allen Involvierten war genial», freute sich Übungsleiter Markus Mösching. Bereits nach gut 40 Minuten konnten alle Verletzten geborgen werden. Die Verantwortlichen zogen ein durchwegs positives Fazit.

Fabian Kopp

Die Samariter warten, bis die ersten Verletzten aus dem Unfallfahrzeug befreit werden. Im Vorzelt wird die Triage der Verletzten gemacht, im Landischopf wurde das «Verwundetennest» eingerichtet.

Die Samariter warten, bis die ersten Verletzten aus dem Unfallfahrzeug befreit werden. Im Vorzelt wird die Triage der Verletzten gemacht, im Landischopf wurde das «Verwundetennest» eingerichtet.

Die Samariter beim Transport eines Verletzten zum «Verwundetennest».

Die Samariter beim Transport eines Verletzten zum «Verwundetennest».