Berufsvorbereitende Schuljahre
Stellungnahme des Schulrates bzi zur geplanten Neuorganisation der 10. Schuljahre (BVS) im Berner Oberland
Der Schulrat des Bildungszentrums Interlaken (bzi) ist gegen die Unterstellung der Berufsvorbereitenden Schuljahre unter die Schlossbergschule Spiez. In einem Schreiben an den Gesamt-Regierungsrat wendet sich er sich gegen die beschlossene Zentralisierung der Berufsvorbereitenden Schuljahre (BVS) im Berner Oberland unter die Leitung der Schlossbergschule in Spiez.
Die beschlossene Zentralisierung sämtlicher Berufsvorbereitender Schuljahre (BVS) im Berner Oberland unter der Leitung der Schlossbergschule in Spiez ist für den Schulrat des bzi nicht nachvollziehbar.
- Die Neuunterstellung der BVS im Berner Oberland zerschlägt ohne Not ein funktionierendes System, um ein neues Konstrukt an vier Standorten zu schaffen.
- Mit der Herauslösung der BVS wird die langjährige Aufbauarbeit des bzi an der Nahtstelle von Volks- und Berufsfachschule im Berner Oberland hinfällig. Dies betrifft nicht nur die Grundausrichtung der Schule (Vision, Leitbild), sondern das ganze Netzwerk für Bildungsangebote in der Region.
- Das Projekt KoBra sowie die Revision des Rahmenlehrplanes BVS sieht eine Neuausrichtung der zehnten Schuljahre im Kanton vor. Eckpunkte dieser Umstrukturierung sind die bessere Zuweisung von Lernenden mit Defiziten in geeignete Bildungsangebote. Das bzi hat mit verschiedenen Projekten wegweisende Grundlagenarbeit für die übrigen Standorte im Kanton geleistet. Mit der Zentralisierung der 10. Schuljahre an der GIB Thun werden Präjudizen bei der Umsetzung von KoBra geschaffen. Durch die Zentralisierung sinkt das Bildungsangebot im engeren Oberland; gerade leistungsschwachen Schülerinnen und Schülern wird der Zugang zu einem geeigneten Angebot erschwert.
- Jede Neuorganisation verursacht unnötige Kosten. Diese Mittel könnten bei einer Unterstellung der Brückenangebote ans bzi eingespart werden.
- Am Bildungszentrum Interlaken wird aber nicht nur im Bereich der BVS stark in die Schulorganisation eingegriffen. Der Kanton verlangt die Zentralisierung der Holzberufe auf den Standort Frutigen. Dies wird weder von den Berufsverbänden noch von den Ausbildungsbetrieben unterstützt. Auch hier werden die regionalen Begebenheiten nicht berücksichtigt und Politik auf den Schultern der betroffenen Jugendlichen und den Lehrbetrieben gemacht.
- Das Bildungszentrum Interlaken weist einen starken Raumbedarf auf. Mit all den getroffenen Entscheiden wird dieser Situation nicht Rechnung getragen. Es besteht auch hier die Gefahr, dass durch den getroffen Entscheid Folgekosten entstehen, da nun Schulräumlichkeiten hinzu gemietet werden müssen.
Der Schulrat des Bildungszentrums Interlaken ist enttäuscht über die Art und Weise der Entscheidfindung der Erziehungsdirektion. Einmal mehr wurden aufgrund zweifelhafter Argumente politische Überlegungen stärker gewichtet als Sachargumente. Es ist schade, dass die Anliegen der Schülerinnen und Schüler und ihren Eltern nicht wahrgenommen wurden.
Schulrat Bildungszentrum Interlaken:
Herbert Seiler, Präsident, Bönigen
Anne Speiser, Vizepräsidentin, Zweisimmen