Das Unspunnenfest endete mit einer Überraschung:

Daniel Bösch vor den bösen Bernern

Die meistgenannten Berner Favoriten Kilian Wenger, Matthias Sempach und Christian Stucki vermochten am Saison-Höhepunkt in Interlaken nicht zu überzeugen. Schon nach drei Gängen stand fest, dass sich keiner dieses Trios für den Schlussgang würde qualifizieren können. Die starke Berner Mannschaft (7 unter den besten 13) musste den prestigeträchtigen Sieg dem St. Galler Daniel Bösch überlassen.

Hier sah Kilian Wenger noch wie der sichere Sieger aus, aber Arnold Forrer konnte sich aus dieser heiklen Situation retten und entschied das Duell der beiden Schwingerkönige in der letzten Minute.

Hier sah Kilian Wenger noch wie der sichere Sieger aus, aber Arnold Forrer konnte sich aus dieser heiklen Situation retten und entschied das Duell der beiden Schwingerkönige in der letzten Minute.

Kilian Wenger startete im Duell der beiden noch aktiven Schwingerkönige mit einer Niederlage. Arnold Forrer, den Sieger von Nyon 2001 hatte er zwar einmal fast auf den Rücken legen können, musste sich aber kurz vor Schluss auskontern lassen. Auch im zweiten Gang gegen Bruno Fäh fand Kilian zur Enttäuschung des Grossteils des Publikums kein Rezept und sah sich seiner Hoffnung auf den Festsieg schon beraubt. Weil auch die anderen Berner Mitfavoriten Matthias Sempach und Christian Stucki nicht auf Touren kamen, war die Stimmung auf der Interlakner Höhenmatte ziemlich gedämpft.

Versöhnlicher Abschluss

Mit vier Siegen kämpften sich Kilian Wenger und Matthias Sempach dann doch noch an die Ranglistenspitze zurück vor. Im letzten Kampf liess der Horbodner seinem Gegner Martin Grab dabei wie in Frauenfeld keine Chance und feierte einen versöhnlichen Festabschluss. Ruedi Roschi, neben Wenger einziger Teilnehmer aus der Region, fiel nach seinem Startsieg (gegen Tobias Riget) weit zurück.

Verdienter Sieger

Mit Daniel Bösch katapultierte sich – ganz wie Kilian Wenger vor einem Jahr – ein junger Schwinger ins nationale Interesse. Der 23-jährige gelernte Metzger aus Kirchberg SG hat in seiner Karriere bislang schon 45 Kränze gewonnen, konnte aber 2010 mit dem Bünder-Glarner und 2011 mit dem St. Galler Kantonalfest erst zwei Feste gewinnen. Einen eidgenössischen Kranz gewann er 2007 in Aarau ganz knapp und unter anderem durch einen Sieg gegen Martin Grab. In Frauenfeld vermasselte ihm der Berner Hansruedi Lauper die Wiederholung des Kranzgewinns. Daniel Bösch hat den Unspunnensieg nicht gestohlen, auch wenn er mit der Einteilung zufrieden sein dürfte. Wie die zweit- und drittplatzierten Jakob Roth, Andi Imhof und Christian Schuler hatte er gegen keinen aus dem «bösen» Berner Trio anzutreten.

Starke Berner Mannschaftsleistung

Die eindrücklichsten Leistungen boten aus Berner Sicht in Interlaken die zweite Garde mit Thomas Zaugg, Thomas Sempach, Willy Graber, Florian Gnägi und Matthias Glarner. Sie klassierten sich mit je vier Siegen vor oder auf der Höhe ihrer Leader Kilian Wenger und Matthias Sempach. Christian Stucki blieb seiner Reputation mit nur drei Siegen (wie auch Arnold Forrer, Martin Grab und anderen) viel schuldig. Ernst Hodel

Startsieg: Ruedi Roschi bezwang den Nordostschweizer Tobias Rigert.

Startsieg: Ruedi Roschi bezwang den Nordostschweizer Tobias Rigert.