Lernende der Lehrwerkstätten Bern

Feuer und Flamme für den Naturpark Diemtigtal

Bereits zum zweiten Mal fand die Projektwoche der Schreiner B-Klasse der Lehrwerkstätten Bern im Naturpark Diemtigtal statt. 18 Lernende und die zwei Berufsbildner gastierten wie bereits letztes Jahr im Ferienhaus «Eggmatte», Grimmialp und arbeiteten seit Montag, 12. September auf dem Wasserspielplatz «Gwunderwasser» unterhalb Tiermatti. Sie erstellten Spielgeräte, Sitzbänke, Wasserkanäle und Wasserräder aus Holz, die sie auf dem Spielplatz gleich installierten. Für die Besucher und Gäste des Naturparks Diemtigtal entsteht dort bekanntlich ein spannender Spielplatz zum Forschen, Experimentieren und – eben, zum Spielen.

Feuer und Flamme für den Naturpark Diemtigtal

Nach einer arbeitsreichen aber auch lehrreichen Arbeitswoche fand wie jedes Jahr am Schluss der Projektwoche als Höhepunkt ein gemeinsamer Event statt.

«Feuerlaufen» hiess das Motto dieses Jahr!

«Feuer – was?» Fragten viele Lernende. Feuerlaufen! Die beiden Leiter, Mike Meinen und Markus Walter und ihr Team, legen bei der gemeinsamen Arbeit im Gelände auf dem Wasserspielplatz «Gwunderwasser», Tiermatti grossen Wert auf gute Zusammenarbeit und Teambildung. Dieses tiefe gemeinsame Erlebnis wollten sie mit der einmaligen Erfahrung des Feuerlaufens gegen Schluss der Projektwoche festigen. Die beiden Ausbildner erachten den Feuerlauf, der als gemeinsames Erlebnis mit entsprechender ganztägiger Vorbereitung zusammen mit dem professionellen Feuerlauf Event-Team «dream factory» aus Thierachern begangen wird, nicht als Mutprobe, sondern als Höhepunkt des gemeinsamen Werkens und des Zusammenseins. «Sich im «Lehrlingsleben» vorzunehmen, ab einem bestimmten Zeitpunkt alle Konzentration auf die Prüfung nach dem jeweiligen Lehrjahr zu legen, kommt der Entscheidung gleich, nach guter mentaler Vorbereitung über die Feuerbahn zu gehen», sagt Mike Meinen, der Leiter der LWB-Projektwoche. Was beim Feuerlaufen genau abgeht, da streiten sich die Experten. Aber duzende von Seminarien und hunderte erfolgreicher und unbeschadeter Feuerläufer beweisen: Es funktioniert! «Das Feuerlaufen ist ein bewusstes Barfussgehen über einen bis 300 Grad heissen, roten Glutteppich. Dieses Ritual existiert seit ca. 4000 Jahren und wird auch heute noch in verschiedenen Kulturkreisen zur Stärkung, Heilung oder Initiation vollzogen. Feuerlaufen ist demnach nicht etwas neues, sondern etwas wiederentdecktes. Die Vikinger liefen vor jedem wichtigen Angriff gemeinsam übers Feuer, um sich für den bevorstehenden Kampf zu stärken. Einer für alle, alle für einen!» Das ist bei Wikipedia und an vielen anderen Stellen zu lesen. An diesem wunderschönen Donnerstagabend, um 21 Uhr, ging es unterhalb dem Ferienhaus «Eggmatte», Grimmialp, an einem geeigneten Platz am «Senggibach» los…

Aber lassen wir die jungen Feuerläufer und den Ausbildner Mike Meinen nach ihren Eindrücken beim und nach erfolgreich absolviertem Feuerlauf selber zu Wort kommen.Ueli Sahli

«Am Anfang dachte ich: Das funktioniert nicht. Aber während der Vorbereitung im Team und mit dem Mentaltrainer gewann ich immer mehr die Überzeugung: Das kann ich und das will ich. Wenn es andere wagen, so kann ich es auch! Getragen und lautstark begleitet von meinen Kameraden wagte ich bewusst und zielstrebig die Schritte über die Glut. Dann stellte sich ein Gefühl der Freude ein. Auch Erleichterung natürlich und ein bisschen Stolz, dass ich es geschafft hatte».Nina Bolzli, Lernende 1. Lehrjahr

Ganz ähnliche Empfindungen hatte Ayko Orode, Lehrling im 1. Lehrjahr. Druck über die Feuerbahn zu gehen sei nicht entstanden. Jeder sei frei gewesen. Das habe der Coach super gemacht. «Nach dem mentalen Training und der Vorbereitung war das für mich überhaupt kein Problem mehr. Ich begann zu glauben, dass es gehen würde. Und das Ganze war auch lustig, weil wir immer wieder von den Kameraden im Chor angefeuert wurden. Nach vier, fünf Schritten war auch ich am anderen Ende der Glutbahn angelangt. Zum Schluss gingen alle über die Feuerbahn. Jetzt bin auch ich ein Feuerläufer, dachte ich». Das Foto das wir alle erhalten, werde ich in meinem Zimmer aufhängen».

Ayko Orode, Lehrling im 1. Lehrjahr

Es sei eine Konzentrations-, und Willenssache erklärt uns Berhard Hunziker, Lehrling im 4. Lehrjahr. «Du musst ganz fest denken, dass es funktionieren wird. Das haben wir am Nachmittag als Vorbereitung gelernt und auch geübt.

Wichtig ist beim Feuerlauf, dass man sich nicht ablenken lässt und sich immer gut konzentriert. Das ist genau gleich wie an der Werkbank in der «Lädere».

Nach diesem Training am Nachmittag, und nachdem wir mitgeholfen hatten, die Feuerbahn zu errichten, gingen wir zurück in die Unterkunft, um uns zu stärken. Zurück bei der Feuerbahn am Bach unten, als es schon stockfinster war, war der Lauf über die Glut fast selbstverständlich. Ich war sehr erfüllt von Stolz und Freude, dass ich es geschafft hatte».

Bernhard Huziker, Lehrling
im 4. Lehrjahr

Natürlich marschierten auch die beiden Leiter über die Glut. Mehrmals sogar. «Alle! Lernenden haben die Feuerbahn durchschritten», sagt Mike Meinen nicht ohne Stolz. Er ist dabei sehr pragmatisch und klar: «Was man mit viel Willen gut erlernt und dabei Vertrauen zu den Menschen und zur Sache hat, wird in aller Regel auch gelingen. Zuerst hatte ich im Sinn. einen Gleitschirm Schnupperkurs zu organisieren. Aber dann entschied ich mich für diesen Team-Event, eben das Feuerlaufen. Das Team, die Teamarbeit ist mir enorm wichtig. Die Entscheidung eines jeden, ob er es machen will, lag beim einzelnen Feuerläufer. Es war auch schön zu sehen, wie die jungen Leute ihre Hemmungen überwanden und einfach gingen. Im Team ist eben vieles möglich, was ein Einzelner nicht schaffen würde».

Mike Meinen, Berufsbildner,
Lehrwerkstätte Bern

Feuer und Flamme für den Naturpark Diemtigtal