Gute Noten für den Rettungsdienst der Spital STS AG

Der Regierungsrat des Kantons Bern stellt dem Rettungsdienst der Spital STS AG ein gutes Zeugnis aus. In seiner Antwort vom 23. März 2011 auf die Motion der Grossräte Hans-Jürg Pfister (Zweisimmen, FDP) und Thomas Knutti (Weissenburg, SVP) bestätigt die Regierung, dass der Rettungsdienst der Spital STS AG in 90 Prozent aller Notfalleinsätze in den höchsten Dringlichkeitsstufen die Patienten in weniger als 30 Minuten erreicht.

Gute Noten für den Rettungsdienst der Spital STS AG

Die Grossräte Hans-Jürg Pfister (Zweisimmen, FDP) und Thomas Knutti (Weissenburg, SVP) haben am 1. Dezember 2010 die Motion «Gewinnoptimierung ja, aber nicht auf Kosten eines effizienten Rettungsdienstes» eingereicht. Ziel der beiden Motionäre war es, den Regierungsrat zu ersuchen, «die Rettungsorganisation im Spitalversorgungsgesetz bzw. in der Versorgungsplanung neu den topografischen Gegebenheiten und der Erreichbarkeit im ländlichen Raum anzupassen resp. zu optimieren». Zudem wurde der Rettungsdienst öffentlich wegen angeblich ungenügender Leistungen wiederholt kritisiert.

Rettungsdienst haltet die kantonalen Vorgaben ein

Ein wesentliches Qualitätsmerkmal der rettungsdienstlichen Versorgung hat die Berner Regierung in der sogenannten Versorgungsregel (gemäss Versorgungsplanung 2007–2010) wie folgt definiert: «Die Versorgungssicherheit ist gewährleistet, wenn 80 Prozent der Bevölkerung des jeweiligen Einsatzgebietes innerhalb von 30 Minuten nach Alarmierung durch den Rettungsdienst erreicht werden.» Der Regierungsrat kommt nach detaillierten Abklärungen beim Rettungsdienst der Spital STS AG und durch das Spitalamt in seiner Antwort zum Ergebnis, dass der Rettungsdienst nachweisbar «die Patientinnen und Patienten in den Gemeinden des Simmentals und des Saanenlands bei 90 Prozent der Notfalleinsätze der Dringlichkeitsstufen D1 und D2 (Notfalleinsätze mit bestehender oder vermuteter Beeinträchtigung der Vitalfunktionen und andere Notfälle ohne Beeinträchtigung der Vitalfunktionen) in weniger als 30 Minuten» erreicht.

Optimierung dennoch nötig

Neben diesen sehr guten Werten ist jedoch festzustellen, dass die Wartezeit in einigen Fällen sehr lang ausfällt. Für das Jahr 2010 liegt die längste Wartezeit im Raum Simmental und Saanenland bei 1 Stunde und 25 Minuten.

Bemerkenswert ist die Tatsache, dass der Rettungsdienst der Spital STS AG zwischen Januar und Oktober 2010 969 Sekundärtransporte (Verlegungen) für die Spitäler von Zweisimmen und Saanen durchführte, während im gleichen Zeitraum nur 202 Primäreinsätze (Notfalleinsätze) zu verzeichnen sind. Das legt den Schluss nahe, dass ausreichend Kapazitäten vorhanden sind.

Die Anbindung von Rettungsdiensten an Spitäler ist für den Betrieb der Ambulanzstandorte nicht zwingend, wie die Beispiele Sanitätspolizei der Stadt Bern und Ambulanz Region Biel AG zeigen. Zweifellos bringt die Anbindung von Rettungsdiensten an Spitäler Vorteile, etwa im Bereich von Logistik und Beschaffung. Der Einsatz von Rettungspersonal in den Spitälern wird von Fachleuten jedoch unterschiedlich beurteilt und in den einzelnen Betrieben unterschiedlich ausgestaltet. Einerseits wird festgehalten, der Einsatz im Spital sei nicht möglich, weil dadurch die Ausrückzeiten (Zeitraum zwischen Alarmeingang beim Rettungsdienst und Abfahrt zum Ereignisort) zu lang würden, andererseits werden Einsatzmöglichkeiten bei nicht zeitkritischen Hilfsfunktionen gesehen (Transport von Verstorbenen, Materialwartung u.ä.), die aber nicht dem Qualifikationserhalt des Rettungspersonals mit dem Abschluss einer Höheren Fachschule dienen und auch dementsprechend abgegolten werden. Eine Einsatzplanung, die sowohl die Bereitschaft für Notfalleinsätze als auch qualifizierte Arbeit im Spital umfasst, ist angesichts des Problems der langen Ausrückzeiten schwierig und setzt im Spital betriebliche Flexibilität voraus.