Problemwölfe ausser Kontrolle
Kanton muss endlich handeln und Jägerschaft konsequent einsetzen
Die Vereinigung zum Schutz von Wild- und Nutztieren vor Grossraubtieren des Kantons Bern fordert einen grundlegenden Kurswechsel im Umgang mit schadhaften Wölfen. Es darf nicht sein, dass Behörden zwar Abschussverfügungen erlassen, die Umsetzung aber unnötig verzögert wird.
Die jüngsten Ereignisse im Berner Oberland zeigen einmal mehr die Realität vor Ort: Einzelne Wölfe verursachen wiederholt Schäden an Nutztieren, verlieren ihre natürliche Scheu und kommen teilweise in Siedlungsnähe vor. Beim Wolf M574 im Oberhasli mussten nach mehreren Rissen geschützter Nutztiere die Voraussetzungen für einen Abschuss erneut festgestellt werden.
Für betroffene Tierhalter bedeutet dies: wiederholte Verluste, grosse Unsicherheit und die berechtigte Frage, ob der Schutz ihrer Tiere von den Behörden tatsächlich ernst genommen wird.
Eine Abschussbewilligung allein ist kein Schutz. Eine Verfügung auf Papier verhindert keinen Wolfsangriff. Entscheidend ist, dass Problemwölfe rasch und wirksam entfernt werden.
Die Vereinigung fordert deshalb vom Regierungsrat sowie vom Jagdinspektorat endlich konsequentes Handeln, und die vorhandenen Kompetenzen der Berner Jägerschaft zu nutzen. Unsere Jägerinnen und Jäger verfügen über die notwendigen Kenntnisse der Reviere, der Wildtiere und der örtlichen Gegebenheiten. Sie sind seit Jahrzehnten ein zentraler Bestandteil eines funktionierenden Wildtiermanagements. Es ist nicht nachvollziehbar, weshalb bei der Regulierung schadhafter Wölfe weiterhin wertvolle Zeit verloren geht, obwohl im Kanton Bern erfahrene Fachpersonen vorhanden sind. Während Verfahren laufen und Zuständigkeiten diskutiert werden, tragen Landwirte und Tierhalter das Risiko weiterer Schäden.
Der Wolfsschutz darf nicht dazu führen, dass der Schutz von Nutz- und Heimtieren sowie die Sicherheit der Bevölkerung zweitrangig werden. Wer die Rückkehr des Wolfes politisch ermöglicht hat, muss auch bereit sein, bei problematischen Einzeltieren konsequent einzugreifen.
Die Vereinigung verlangt deshalb:
Eine rasche Umsetzung bewilligter Abschüsse von schadhaften und auffälligen Wölfen;
den konsequenten Einbezug der erfahrenen Jägerschaft bei der Regulierung;
ein Wolfsmanagement, das die Realität in den Bergregionen und die Sorgen der Bevölkerung ernst nimmt.
Die Akzeptanz des Wolfes wird nicht durch immer neue Diskussionen und Verzögerungen erhalten, sondern durch einen glaubwürdigen Umgang mit Problemtieren.