bfu rät zu defensivem Verhalten und zum Einbau einer Sicherheitsreserve

Lawinen: lebensgefährliches Risiko für Schneesportler

Beim Skifahren, Snowboarden und Schneeschuhlaufen abseits der gesicherten Pisten und Routen droht Lawinengefahr. Die bfu – Beratungsstelle für Unfallverhütung – betont, wie schwierig es ist, das Lawinenrisiko richtig einzuschätzen. Bloss ein «gutes Gefühl» zu haben genügt nicht. Ohne Kenntnisse in Lawinenkunde und grosse Erfahrung setzt man abseits von gesicherten Pisten und Routen seine Gesundheit aufs Spiel.

Am nächsten Wochenende beginnen in den ersten Kantonen die Sportferien: Neben den Tourenfahrern ziehen dann auch viele Variantenfahrer (Freerider) und Schneeschuhläufer ihre Spuren in den unberührten Schnee. Skifahren, Snowboarden und Schneeschuhlaufen abseits der gesicherten Pisten und Routen beinhaltet spezielle Risiken wie die Absturz- und besonders die Lawinengefahr. In der Schweiz sterben jährlich rund 20 Schneesportler durch Lawinen: Je rund 40 Prozent sind als Freerider und als Tourengänger unterwegs. 90 Prozent haben die Lawine selbst ausgelöst; zwei von fünf Wintersportlern, die ganz von einer Lawine verschüttet werden, finden den Tod.

Gemäss dem Institut für Schnee- und Lawinenforschung SLF ereignen sich rund 85 Prozent der Lawinenunfälle mit Todesopfern bei den Lawinengefahrenstufen zwei «mässig» und drei «erheblich».

Freerider verunfallen primär bei Stufe drei (61 Prozent), Tourengänger bei Stufe drei (48 Prozent) und Stufe zwei (36 Prozent). Dass sich nur zehn Prozent der Unfälle bei den Gefahrenstufen vier «gross» oder fünf «sehr gross» ereignen, liegt daran, dass diese beiden Stufen nur an wenigen Tagen pro Winter herrschen und dass dann eher weniger Sportler unterwegs sind.

Gemäss SLF befanden sich mehr als neun von zehn Opfern in steilem Gelände – dass heisst über 30 Grad.

Für die Beurteilung der konkreten Lawinengefahr spielen neben der Hangneigung viele weitere Faktoren eine Rolle, wie zum Beispiel die Hangexposition, die Höhenlage, die Geländeform, das Gefahrenmuster (z. B. Triebschnee oder Neuschnee) oder der Schneedeckenaufbau. Deshalb sind dafür spezifische Kenntnisse und sehr viel Erfahrung nötig. Und selbst dann bleibt ein gewisses Risiko bestehen. Darum rät die bfu allen grundsätzlich zu defensivem Verhalten und zum Einbau einer Sicherheitsreserve. Das bedeutet zum Beispiel, dass man

bei blinkenden Warnleuchten im Schneesportgebiet (ab Gefahrenstufe drei) und auch im Zweifel auf das Freeriden verzichtet und auf der Piste resp. auf gesicherten, gelb markierten Abfahrtsrouten bleibt;

beim Schneeschuhlaufen in mässig steilem Gelände bleibt oder signalisierte und geöffnete Routen benützt;

auf Ski- und Snowboardtouren ohne Lawinenausbildung und langjährige Erfahrung in mässig steilem Gelände bleibt.