Das undurchsichtige Spiel geht weiter!!!

Nach langer, ungewisser Zeit meldete sich das undurchschaubare STS-Gremium wieder und drohte mit der Spitalschliessung in Zweisimmen. Nach einigen Tagen kam für viele die erlösende Nachricht, dass am Standort Zweisimmen festgehalten werde. Der Nachsatz, dass die Geburtenabteilung nach Thun verlegt werde, ging bei vielen massgebenden Kämpfern fast unter. Um eine Geburtenabteilung gewissenhaft verlegen zu können, wäre eine Abklärung mit den Fachpersonen (Gynäkologen und Hebammen) ein Muss! Dies jedoch wurde von den STS-Bürokraten mit angeheuertem Profi-Berater elegant umschifft. Warum unterstützen praktizierende Ärzte, die eventuelle Geburtenprobleme kennen müssen, einen solchen Entscheid. Geburten sind nicht planbar! Oder sind die Ärzte etwa auch der Meinung, dass Geburten mit Einleitungen und Kaiserschnitt geplant oder erzwungen werden sollen? Das können sie, aber was kostet denn das? Von den eventuellen Schädigungen von Mutter oder Kind wollen wir erst gar nicht sprechen, hierfür sind die Informationen bei den Fachleuten, den Hebammen einzuholen. Was ist mit unseren Regierungsräten, dass sie die Gesetzgebung in einer Nebel- und Nachtaktion umformierten, so dass Geburtenabteilungen nicht mehr der Versorgungsnotwendigkeit unterliegen? Momentan wird in den Gemeinden das Kulturförderungsgesetz und deren Umsetzung besprochen. Dort sollen Gelder fliessen für defizitären, nicht relevanten, unbedeutenden «Bruntz»! Ist unsere Fortpflanzung in den Talschaften nicht auch Kultur? Diese Kultur würde es verdienen, Kulturförderung zu erhalten, in dem am Standort Zweisimmen ein klares Ja zu einer Geburtenabteilung vom STS-Gremium kommuniziert würde. Der jetzige Entscheid der STS-Verantwortlichen bedeutet in absehbarer Zeit das Aus für den Akutstandort Zweisimmen. Dreissig Millionen Franken sind zwar für uns Bürger eine fast unvorstellbare Summe an Geld, jedoch ist es, wenn noch ein Teil zum Alterwohnen abgezweigt wird, zu wenig, um ein neues Spital in benötigter Grösse mit Operationssaal zu erstellen. Dies liefert die traurige Erkenntnis, dass es die STS AG nicht ernst meinen kann, mit dem kommunizierten Entscheid in Zweisimmen aud die Dauer eine Akutversorgung aufrecht zu erhalten. Darum ist es dringend notwendig, dieses gar noch nicht durchdachte Projekt zu überdenken. Die vor ca. vier Jahren verfasste Studie Schertenleib attestiert dem jetzigen Spital Zweisimmen eine gute Bausubstanz. Das Spital könne mit ca. fünf Millionen Franken saniert und den heutigen Ansprüchen angepasst werden. Wäre es demzufolge nicht sinnvoller einen Bettentrakt zu bauen, um so das nötige Volumen zu erzeugen, damit das gut erhaltene Spital saniert werden kann. Nach der Sanierung könnte allenfalls ein Teil des neuen Trakts zum Alterswohnen verwendet werden. Ich bin überzeugt, dass dies letztlich die kostengünstigere und patientengerechtere Lösung wäre sowie versorgungsmässig das, was unsere Talschaften benötigen oder ebenfalls das Anrecht darauf hätten, wie die Bevölkerung in andern Teilen der Schweiz oder städtischen Gebieten. Oder sind wir «dahinten» schon Bürger zweiter oder dritter Klasse? Wir zahlen ja nicht weniger Krankenkassengelder, aber dafür sogar höhere Steuern! Lorenz Dreyer Weissenburg