Die Geschichte mit den Laubegg-Projekten
Vielen Dank für den interessanten Leserbrief von Peter Mosimann in der Ausgabe vom 27. Juni. Es ist bemerkenswert, dass seit 1891 auf sämtliche früheren Projekte, an der Laubegg ein Kraftwerk zu bauen, letztlich verzichtet wurde.
Auch wenn die Gründe dafür wie geschildert sehr unterschiedlich oder gar nicht mehr herauszufinden waren, lässt sich doch vermuten, dass am Schluss die Rentabilität einfach nicht stimmte und dass das Verhältnis zwischen Kosten, Schaden und Nutzen einfach unmöglich war.
Das ist auch beim aktuellen Projekt so. Ohne den Fehlanreiz der Kostendeckenden Einspeise-Vergütung des Bundes würde niemand 50 Millionen (Baukosten plus Subvention, je nach Berechnungsart und Quelle sogar noch mehr) in ein solches Projekt stecken und würden landschaftliche, touristische und regionalpolitische Aspekte (Arbeitsplätze!) viel besser gewichtet.
Neue Aktualität erhält die Diskussion durch das Trift-Projekt in der Grimselregion, das letzte Woche vorgestellt wurde. Aus dem wegen dem Gletscherschwund entstehenden See liessen sich nicht weniger als 5/6 der zusätzlichen Strommenge, welche sich der Kanton im Rahmen der Wassernutzungsstrategie zum Ziel gesetzt hat, auf einen Schlag und am selben Ort produzieren. Die Umweltorganisationen haben signalisiert, das Projekt (und es ist nicht der einzige solche See) sehr offen zu prüfen, da es den Druck auf die letzten unverbauten Bäche und Flüsse wegnehmen könnte – falls auch die Verantwortlichen auf diese umstrittenen Kleinprojekte verzichten würden.
BKW-Mann und Nationalrat Urs Gasche wurde in der Sendung 10 vor 10 gefragt, ob «dieser Deal auch die Stromwirtschaft interessieren könnte» – und gab eine ebenfalls sehr bemerkenswerte Antwort (aus dem Dialekt übertragen):
«Ja, also mich freut das, dass man zu dieser Einsicht kommt. Ich bin überzeugt, dass wir mit wenigen grossen, gut eingepassten Werken ökologisch und landschaftsschützerisch besser aufgestellt sind als heute mit dieser Tendenz, viele kleine (Werke) machen zu wollen.»
Das WKW Laubegg von Simmentaler Kraftwerken/BKW ist eines dieser vielen kleinen … Allerdings haben die Vorarbeiten zum Bau anfangs dieser Woche begonnen. Bleibt doch noch Zeit für ein Umdenken? Gusti Pollak, Boltigen