Die Opposition gegen geplante Wasserkraftwerke im Simmental ist unverständlich!
Das Simmental braucht Elektroenergie für die Landwirtschaft für ihre Gebläse, Entmistung, grossen Scheunen und Ställe und ihre Häuser. Wir brauchen Elektroenergie für die Wirtschaft und das Gewerbe für ihre Maschinen, Einrichtungen und Heizungen. Wir brauchen den Tourismus, damit wir überleben können. Ohne Strom laufen weder Schneekanonen noch Bergbahnen. Allein an der Lenk und in St. Stephan haben wir rund tausend Haushalte, die von der Wirtschaft, vom Tourismus und von der Landwirtschaft leben. Eine gesunde Forderung ist demnach, dass wir unsere Elektroenergie, wenn immer möglich, in unserem Tal sauber herstellen.
Seit mehreren Jahren sind zwei bedeutende Wasserkraftwerke im Simmental in der Planung. Das Wasserkraftwerk Laubegg soll das Simmenwasser zwischen der ARA in Zweisimmen und der Garstatt nutzen. 2.8 MW installierte Leistung sind dort wirtschaftlich zu betreiben und mit einer jährlichen Produktion von 11.5 GWh/a kann das Wasserkraftwerk rund 2500 Haushalte versorgen. Das Wasserkraftwerk Fermel soll das Wasser des Fermelbaches und das Abwasser aus dem Fermeltal für die Energiegewinnung nutzen. 2.0 MW installierte Leistung sind wirtschaftlich, produzieren 8.7 GWh/a und könnten 2000 Haushalten den notwendigen Strom liefern.
Beide Anlagen sind keine Kleinkraftwerke, sonder mittlere Anlagen mit Bedeutung. Unser Simmental wird über einen Hochspannungsleitungs-Ring (Spiez, Wimmis, Zweisimmen, Lenk Hahnenmoos, Adelboden, Frutigen, Spiez) mit Elektroenergie versorgt. Was aus dem Ring und der Versorgung wurde, hat uns der Lothar Sturm gezeigt. Unsere lokale Energieversorgung mit den beiden Wasserkraftwerken und dem bestehenden Wasserkraftwerk Erlenbach-Wimmis würden ohne grosse Leitungsbauten die Tal-Versorgung weitgehend sicherstellen und den Ring bräuchten wir nur noch für die Spitzenzeiten und für den Kraftwerkverbund.
Diese beiden Kraftwerke sind soweit geplant und die Eingabe für die Konzessionsvergabe ist bei den zuständigen Stellen. Sie halten alle Vorschriften für Restwassermengen ein, nehmen Rücksicht auf Landschaft und Natur und damit auch auf die Fische. Wird eine Fischtreppe notwendig, wird sie auch gebaut werden. Die beiden Kraftwerke nehmen der Simme und dem Fermelbach keinen einzigen Fisch weg.
Wenn jemand in der Talschaft von den Fischen aus dem Fermelbach oder aus der Simme leben müsste, könnte man Einwände aus Fischereikreisen vielleicht verstehen. Wir essen aber längst ausländische Fische, die im Simmental nur noch im Rauch aufgehängt werden. Nach wie vor ein Lekerbissen, aber keine Fische aus unseren Gewässern. Die Simmentalischen Ausnahmen sind Zuchtfische aus privaten Gewässer und nicht aus dem Fermelbach und nicht aus der Simme. Die Interessen gegen die Kraftwerke stammen aus einem längst veralteten Fischereigesetz und schützen heute nur noch die Fischerei als Hobby. Die Fische, die über die Laubegg ins obere Simmental gelangen, möchte ich gerne gezählt wissen. Dass die Laubegg einen Fall hat, wissen die meisten Touristen und viele Talbewohner nicht mehr, die Bahntouristen passieren ihn im Tunnel. Die Strasse durch die Laubegg mit seiner Aussichts-Plattform hat unsere Simmental Strasse wesentlich verbessert, aber den Wasserfall in der Laubegg fast verdeckt. Wer den Fall beim Fahren anschauen will, lebt gefährlich, anhalten kann und darf man bei der Plattform nicht. Wer die Plattform zu Fuss besuchen will lebt noch gefährlicher. Was soll denn jetzt die Zwängerei vom schönen Wasserfall und der Erhaltung der fliessenden Gewässer, die man heute schon nicht mehr sieht, zudem bleibt das Restwasser ohnehin im Wasserlauf. Die Opposition aus der Talschaft gegen die beiden Kraftwerke verstehe ich überhaupt nicht. Ihr lebt im Simmental, profitiert von den Strassen, der Energieversorgung und von der Bahn. Ihr lebt indirekt auch vom Tourismus, von der Infrastruktur und geniesst sie. Wollt ihr denn, dass sich unser Tal entvölkert? Ja, dann hätten wir der Natur den gerodeten und gebrannt schatzten Urwald, wie er im frühen Mittelalter in der Voralpenwelt war, zurückgegeben, hätten dann aber vergessen, dass wir inzwischen über sechs Millionen Menschen in der Schweiz sind. In unserem Tal wohnen runde zehntausend Menschen mit ihren Familien, mit ihren Arbeitsstellen, seien sie in der Landwirtschaft, im Gewerbe oder im Tourismus. Alle wollen in ihrer Heimat oder an ihrem lieb gewonnen Arbeitsort bleiben. Wir alle tragen die Verantwortung, dass das Leben, das Überleben in unserem Tal möglich ist und bleibt.
Dazu braucht es saubere Energie aus Wasserkraftwerken. Walter Zeller, Lenk,
Elektroingenieur ETH