Die Schliessung der Geburtenabteilung in Zweisimmen geht uns alle an

Ich bin sehr enttäuscht über den Bescheid der uns SimmentalerInnen und SaanenländerInnen Frau Egger Jenzer und Herr Perrenoud am 26. Februar, in Zweisimmen überbrachten. Dass die zwei Regierungsratsmitglieder nach Zweisimmen kamen, liess mich hoffen, dass es eine positive Antwort gäbe. Aber dem war nicht so. Nicht einmal ein Moratorium, noch einen Vorschlag, dass wenn die Gemeinden das Defizit für die Geburtenabteilung in Zweisimmen übernehmen würden, diese offen bliebe, hatten die beiden Mitglieder des Regierungsrates im Gepäck. «In Frutigen funktioniert dies, aber hier soll? / darf? es nicht sein». Man hat keine andere Antwort gefunden und das in einem der reichsten Länder der Erde…

Die Krux an der Geschichte: Viele Leute meinen, dass sie die Schliessung der Geburtenabteilung nichts angeht (weil die Familienplanung abgeschlossen ist). Tatsache ist, dass durch die Schliessung der Geburtenabteilung der Operationssaal in Zweisimmen während acht Monaten im Jahr am Wochenende geschlossen werden «darf» und das in einer Top-Tourismus-Destinationen wie wir uns nennen. Auch der beste und schnellste Rettungsdienst hat nun mal nach Thun länger als nach Zweisimmen und so kann es dann einmal zu spät sein. Diese Formel habe ich jedenfalls seinerzeit in der Schule gelernt. Was mich auch betroffen macht ist, um das Ganze zu «legalisieren» wurde die Geburt aus der Grundversogung gestrichen. Die Geburt ist nicht in der Grundversorgung, der Tod aber wohl, kann mir das noch jemand erklären? Ueli Schopfer, Saanen