Dies hat gerade noch gefehlt, Herr Regierungsrat Rickenbacher

Der Vorschlag, dass das Steuernzahlen am Arbeitsort für die wohlhabenden Zentrumsgemeinden ein willkommener finanzieller Zustupf wäre, hat noch gerade gefehlt. Seit Jahren betreiben Sie und Ihre Partei eine Politik der Zentralisierung. Dadurch tragen Sie wesentlich dazu bei, die Randgebiete zu entvölkern. Bewohner aus den Rand- und Berggebieten, welche wegen der Zentralisierung einen längeren Arbeitsweg in Kauf nehmen, wollen Sie noch in den Zentrumsgemeinden zur Kasse beten. Dadurch verlieren die bereits gebeutelten Rand- und Berggemeinden weiter an Steuersubstanz.

Die Zentralisierung der Verwaltung hat immer wieder als Erfolg «Mehrkosten und Mehrverkehr» gebracht. Es ist fast lächerlich, im Zeitalter vom Internet solche Zentralisierungen durchzuführen. Durch das Internet ist auch das abgelegendste Tal mit der Welt verbunden. Auch in der Landwirtschaftspolitik werden Sie immer unglaubwürdiger. Die Streichung der Kantonsbeiträge für die Direktvermarkter und die Ablehnung der SAK Motionen Vreni Kipfer und Samuel Graber sind die jüngsten Beispiele dazu. Theorie und Praxis Rot-Grüner Landwirtschaft sind offenbar zwei verschiedene Paar Schuhe. Nachdem der heutige Gesundheitsdirektor aus dem Jura wohl bei den nächsten Wahlen nicht mehr Antritt, müssen auch Sie sich bewusst sein, Wahltag ist Zahltag. Hermann Scheiben, Boltigen