Bundesrat sägt Beständeschauen ab:

Ein weiteres Eigentor der Landesregierung?

Folgende Eigentore hat der Bundesrat dieses Jahr bereits geschossen: Ablehnung der Viehexportförderung, Streichung der Tierhalterbeiträge bei der AP 2014–2017, Kürzung der Raufutterverzehrer-Beiträge 2013.

Mit dem Beschluss, die Beständeschauen ab 2014, resp. 2015 nicht mehr zu unterstützen, hat der Bundesrat kurz vor der Abstimmung über das neue Tierseuchengesetz ein weiteres Eigentor geschossen.

Ob dies für den Abstimmungs-Entscheid einen Einfluss hat, werden wir am Abend vom 25. November wissen. Innerhalb der Landwirtschaft ist die Revision des Tierseuchengesetz umstritten.

Nebst prominenten Befürwortern gibt es auch gewichtige Gegner, darunter der SVP-Präsident, Nationalrat und Bergbauer Toni Brunner. Die klare Nein-Parole der SVP Schweiz ist kein Zufall.

Dies zeigte sich auch an der Delegiertenversammlung der Grünenpartei; die vielen Nein Stimmen kamen vorab von Landwirten.

Der Sparbeschluss in der Totalrevision der Tierzuchtverordnung ist umso unverständlicher, weil dies die Rassensektion Swiss Fleckvieh trifft. Diese Tiere sind, weil nicht reinrassig, nicht förderungswürdig.

Komisch, ist es genau die Kuh, die der Bund immer propagiert: Milch aus viel Rauhfutter mit wenig Kraftfutter-Einsatz.

Sauer stösst in diesem Zusammenhang auf, dass der Bund Europaschauen unterstützt! Die letzten Jahre zeigten deutlich, dass die Beständeschauen beim Tourismus auf grossen Zuspruch stiess.

Die ausgesetzten Raubtiere sind dafür kaum eine Alternative. Bekanntlich will die Landesregierung den Tourismus mit höheren Beiträgen fördern. Wird dadurch sogar eine Quersubventionierung der Beständeschau-Kosten möglich? Hermann Scheiben, Boltigen