Einseitigkeit bei den Leserbriefen?
Sehr geehrte Redaktion
Seit über 20 Jahren habe ich Ihre Zeitung abonniert und schätze sie, da ich mich mit dem Obersimmental verbunden fühle und Wurzeln an der Lenk habe. Ausserdem unterstütze ich gerne eine so kleine Zeitung und freue mich jeweils donnerstags darauf, etwas aus der Region zu erfahren.
Seit einigen Wochen bin ich leider jedes Mal nach dem Lesen der Zeitung sehr genervt. Es kann doch nicht sein, dass Ihr Blatt einer Initiative/Gruppe eine so grosse Plattform (jede Woche mehr als eine halbe Seite) zur Verfügung stellt, um in sektiererischer Art wissenschaftlich nicht erwiesene Unwahrheiten zu verbreiten. Ich bin ein toleranter Mensch und finde es richtig, dass jeder seine Meinung haben und auch kundtun darf, aber auf diese Art und jede Woche von Neuem, wird mir dann doch zu einseitig.
Ich bin selber auch Lehrerin (und Mutter) und somit täglich mit dem Thema konfrontiert. Die Kinder haben sich schnell an das Maskentragen während dieser Krise gewöhnt. Für mich ist das Maskentragen aber auch ein Zeichen von Respekt und Solidarität gegenüber den Mitmenschen. Ausserdem verursacht ein Test keinen psychischen Schaden bei einem Kind – ausser die Eltern reden es ihm so ein.
Hingegen sehe ich den eindeutig grösseren Schaden, wenn Kinder monatelang dem Unterricht und dem sozialen Klassengefüge fernbleiben müssen (nicht aufgrund einzelner Schulschliessungen, sondern infolge eines Lockdowns).
Zu weiteren Themen dieser sogenannten Elterninitiative (die für mich eigentlich zum Wohl des Kindes sein sollte) möchte ich mich nicht äussern (wie gesagt, jedem seine Meinung). Ich bin einfach enttäuscht darüber, dass diese Zeitung so einseitig geworden ist und immer wieder die gleichen einseitigen, teilweise dissidenten, Leserbriefe abdruckt. , Bern
Anmerkung der Redaktion
Wir haben mehrere kritische Rückmeldungen von Abonnenten zu diesem Thema bekommen, aber leider wollten sich diese nicht öffentlich äussern.
In den letzten Jahren haben wir möglichst alle Leserbriefe abgedruckt. Ausnahmen waren persönlichkeitsverletzende Briefe oder zum Beispiel Nachbarschaftsstreitigkeiten.
Wir hoffen, dass sich wieder ein Gleichgewicht einstellt und wir weiterhin alle Leserbriefe abdrucken können.
Die Rubrik «Leserbriefe» ist jedoch nicht dafür gedacht, dass Einzelpersonen oder Gruppen (z. B. Vereine, Interessengemeinschaften, Parteien, Initiativen etc.) nahezu wöchentlich ihre Meinung kundtun und für ihre Positionen werben. Dies gilt besonders dann, wenn zu den Anliegen keine widersprechenden Leserbriefe eingehen.