Entlarvender Rückzieher

Die BKW prüfen, die erst im letzten August gewährte Vergütung für Ökostrom von Privaten massiv zu kürzen. Eine Million Franken jährliche Unterstützung, damit Strom für (umgerechnet) 2300 Haushalte entschädigt werden kann, sei zu teuer.

Das kann nicht stimmen. Denn andererseits haben die BKW 20 Millionen im Sack, um mit einem neuen Wasserlaufkraftwerk an der Laubegg im Simmental Strom für 2500 Haushalte zu produzieren.

Da steckt wohl etwas Anderes dahinter. So erfreulich und fortschrittlich der Unterstützungs-Entscheid war, so entlarvend ist der Rückzieher: Die BKW möchten die Kontrolle über den Strommarkt lieber selber behalten, als die nötige Mehrproduktion von Ökostrom der Initiative von Privaten zu überlassen.

Lieber mit dem Geld der Strombezüger und Steuerzahlerinnen eigene Grossanlagen und Stromleitungen bauen, als so viel Strom wie möglich dort zu produzieren, wo er direkt gebraucht wird: Bei uns, den Konsumentinnen und Konsumenten. Gusti Pollak, Boltigen