Geschichte der Laubegg-Projekte 1891–2013

Geschichte der Laubegg-Projekte 1891–2013

Herr Imobersteg-Zwilchenbart in Basel hatte ein Projekt für eine Wasserkraftanlage an der Laubegg eingereicht. Der Kreisingenieur J. Zürcher stellte dieses Projekt aber 1891 zurück, um die Pläne öffentlich aufzulegen; diese wurden aber bis 1892 nicht eingereicht. Offenbar gab Imobersteg dann das Vorhaben auf, doch die Gemeinde Boltigen begann sich jetzt selber für das Projekt zu interessieren und liess am 21. Oktober 1892 folgende Baupublikation erscheinen:

«Der Einwohnergemeinderat von Boltigen, Namens der dortigen Einwohnergemeinde, beabsichtigt oberhalb der Garstatt an der Grenze der Gemeinde Zweisimmen 2500 Liter Wasser aus der Simme abzuleiten und dasselbe in einem Kanal unter der Staatsstrasse und in einem Tunnel durch die Laubegg zu einer in der sogenannten Bachtalen vorgesehenen Turbinenanlage zu führen zur Gewinnung von Wasserkräften für elektrische Beleuchtung und andere Industrien. Allfällige Oppositionen gegen dieses Vorhaben sind der Gemeindeschreiberei Boltigen bis und mit dem 28. November 1892 schriftlich einzureichen, woselbst die Pläne zur Einsicht aufgelegt sind.»

Nachdem keine Einsprache erfolgt war, wurde das Konzessionsgesuch am 17. Dezember 1892 eingereicht. Der Kreisingenieur Neuhaus beantragte, dem Begehren zu entsprechen. Die danach erteilte Konzession wurde mehrmals verlängert. Weshalb das Werk dann nicht zur Ausführung kam, ist heute nicht mehr bekannt.

1901 bewarben sich die Gemeinden Zweisimmen und Boltigen gemeinsam um ein Konzessionsgesuch. Dabei sollte der Simme im sogenannten Lehn (Lee) minimal 3,2 m³/sec. Wasser entnommen und längs des rechten Flussufers bis zur Kraftstation bei der Garstattbrücke geleitet werden, wodurch eine Kraft von 1250–3000 PS gewonnen worden wäre. Wegen Mängeln im Gesuch wurde es vom Regierungsrat abgewiesen.

1906 reichten die «Vereinigten Kander- und Hagneck-Werke» ein Konzessionsgesuch ein. Das Gefälle von Grubenwald bis Klein Weissenbach von rund 60 m sollte eine Kraft von 1460 PS abgeben. Die Baukosten wurden auf 1,8 Millionen Franken berechnet. Die Werke konnten sich mit der Gemeinde Zweisimmen einigen, nicht aber mit Boltigen; deshalb wurde das Projekt nicht ausgeführt.

Damit war der schöne Laubeggfall für 100 Jahre gerettet; doch heute, wo nun auch der Bau von kleinen Kraftwerken für die Stromversorgung interessant erscheint, wird das Projekt leider ausgeführt werden. Peter Mosimann, Köniz