Hauchdünner Entscheid mit verheerenden Folgen

Der Nationalrat hat mit dem äusserst knappen Entscheid über die befristete Reduktion des Mehrwertsteuersatzes zu Gunsten des Gastgewerbes und der Hotellerie den Ernst der wirtschaftlichen Lage im Tourismus verkannt. In der Sommersaison verzeichneten die Tourismusorte bis zu zweistellige Rückgänge und die Aussichten für die Wintersaison sind mehr als düster. Da nützt auch das beschlossene Massnahmenpaket über 870 Millionen der Branche nichts. Ist doch Kurzarbeit ein unanwendbares Mittel für das dienstleistungsintensive Gastgewerbe. Die 100 Millionen für Hotelkredite kommen frühestens in zwei Jahren zum Tragen und nützen nur einigen wenigen. Viel effizienter wäre die befristete Reduktion der MwSt. auf 2,5 Prozent gewesen. Sie hätte in Verbindung mit dem zwar immer noch zu tiefen Eurowechselkurs von 1.20 eine sofortige Wirkung auf die Konkurrenzfähigkeit der Gastgeberbetriebe. Unverständlich erscheint, dass die Berner Nationalräte der FDP-Fraktion, welche sich gerne als Tourismus- und KMU-freundlich geben, geschlossen (mit einer Enthaltung) gegen die Vorlage stellten. René Maeder, Hotelier Kandersteg