Kandidat ohne Klasse

Matthias Kurt schreibt in seinem Leserbrief vom 4. März, dass er über die «grosse Masse an Grossratskandidaten mit umso weniger Klasse» staune. Ich bin einer dieser Kandidaten – mit oder ohne Klasse bleibe dahin gestellt. In unserer Demokratie, in der die Partei der Nichtwähler die grösste ist, finde ich es persönlich gut, wenn die Bürgerinnen und Bürger eine grosse Auswahl an Kandidierenden haben. Es könnte ja sein, habe ich mir bei der Lektüre des Kurt’schen Leserbriefs gedacht, dass die Nichtwähler und Stimmabstinenzler gerade aus dem Grund nicht an die Urne gehen, weil sie sich von keiner der etablierten Parteien vertreten fühlen. Dieser Umstand führte zum Beispiel vor langer Zeit zur Gründung der BGB, der heutigen SVP, als sich Bauern und Gewerbler von den Freisinnigen nicht mehr vertreten fühlten oder kürzlich zur Abtrennung der BDP, als sich Berner SVPler in Zürich untervertreten fühlten. Schauen wir nun, wer bis jetzt grüne Anliegen vertrat: Es waren dies die Linken und Grünen. Bis jetzt hat es keine grosse bürgerliche Partei für nötig befunden, sich gezielt für Natur und Umwelt einzusetzen. Das machen jetzt die Grünliberalen in der Masse der anderen Kandidierenden und – immer nach Matthias Kurt – ohne Klasse. Henusode: Dann bin ich halt grün, liberal und ohne Klasse. Wissen Sie was? Ich bin es gerne! Thomas Raaflaub, Feutersoey