Nein zur Aufhebung der Wehrpflicht

Es gibt kein Land, das seine Streitkräfte als Freiwilligenmiliz organisiert hat. Der allgemeinen Wehrpflicht kommt in unserem Land ein hoher staatspolitischer Wert zu. Unser gesamtes politisches System und Verständnis lebt von der Vorstellung, dass Rechte auch mit Pflichten verbunden sind. Die Militärdienstpflicht sorgt, wie andere Bürgerpflichten, für das Gemeinwohl. Es ist für unser Land, unsere Schweiz, üblich, nicht nur staatliche Leistungen zu «konsumieren», sondern sich auch zu engagieren. Die Kombination von Wehrpflicht und Milizsystem ist für einen kleinen, eigenständigen und neutralen Staat wie die Schweiz das effizienteste, wirksamste, kostengünstigste und intelligenteste Armeemodell. Für die Sicherheit muss das Volk als eigentlicher Souverän zuständig sein. Sie darf nicht an Freiwillige delegiert werden. Erfahrungen aus anderen Ländern zeigen, dass Armeen ohne Wehrpflicht die grösste Mühe haben, genügend gutes Personal zu rekrutieren. Freiwillig melden sich meist zu wenige und wenn, die Falschen! Ein Mangel an Soldaten und Kadern gefährdet letztlich aber nicht nur die Sicherheit, sondern beeinträchtigt auch die erwartete und mögliche Leistung bei Katastrophen, Krisen und Konflikten. Die heutige Wehrpflicht-Armee schweizerischer Prägung ist ein elementarer Teil unserer Nation. Mit Wehrpflicht und Milizarmee schöpfen wir aus unserem riesigen Reservoir von Können, Wissen und Talent. Es handelt sich hierbei um denselben Personalpool, der eine der erfolgreichsten Volkswirtschaften der Welt antreibt. Unsere Armee fördert zudem den sprachlichen, geografischen und sozialen Zusammenhalt in der Schweizerischen Eidgenossenschaft. Es ist wichtig, dass wir im Simmental und Saanenland ein klares Zeichen setzen! Ein Zeichen für künftige Millionen-Investitionen in unserer Region, ein Zeichen für den Erhalt der Arbeitsplätze in unseren Rüstungs- und militärischen Betrieben und ein Zeichen als Dank für die Solidarität des Militärs gegenüber unserem Gewerbe und Detailhandel. Es ist eine Binsenwahrheit: Man kann die Armee ebenso wenig wie die Feuerwehr erst aufbauen, wenn es schon brennt.

Matthias Matti,
Milizoffizier und Vize-Gemeindepräsident Zweisimmen