Offener Brief an die Schulleitung, die Schul- kommission und den Gemeinderat von Zweisimmen

Am 13. November wurde im Gemeindesaal in Zweisimmen über die möglichen Eingangsstufenstrukturen in die obligatorische Schule informiert. Dabei wurde die Basisstufe als grosse Errungenschaft der Pädagogik vorgestellt.

Am vorletzten Wochenende wurde im Kanton Zürich die seit ca. acht Jahren praktizierte Basisstufe mit Wucht abgeschafft.

Wie sind diese unterschiedlichen Informationen zu deuten, fragen wir besorgten Eltern uns. Nach dem Infoabend herrschte eine grosse allgemeine Verunsicherung unter uns Eltern. Wie geht es weiter? Werden wir eines Tages vor vollendete Tatsachen gestellt? Ist die Basisstufe wirklich so sozial und gut, wie sie uns beschrieben worden ist, oder hat jüngst der Kanton Zürich gezeigt, dass das altbewährte System nicht nur wesentlich günstiger, sondern auch mindestens so effizient ist? Müssen wir die gleichen teuren Erfahrungen selber machen? Ist nicht viel mehr die Qualität der Unterstufen-Lehrkräfte entscheidender für einen guten und sanften Einstieg der Kinder in die Schule als das System?

Wir Eltern sind überzeugt vom altbewährten Zweisimmener Schulsystem und schätzen dieses sehr. Nicht zuletzt, weil dieses schon sehr viele Möglichkeiten bietet, auf die individuellen Fähigkeiten der Kinder einzugehen. Wie glücklich sind doch die Kindergartenkinder nach einem Wald-, Ski-, Langlauf-, Schlittel- oder Füdlibrettmorgen! Und wie froh sind doch die nicht Alpha-Kinder, wenn sie im Schulzimmer an ihr eigenes Pültli sitzen dürfen! Wollen wir das opfern, nur um modern und teuer zu sein?

Wir setzen uns für den Beibehalt der bewährten Eingangsstufenstruktur ein.

Irene Bolzli,
Andrea Schläppi und
Franziska Schletti