Replik zum Leserbrief von Franziska Tschabold zur Neutralitäts- Initiative

Franziska Tschabold nennt in ihrem Leserbrief die Schweizer Neutralität als Grund dafür, dass die Schweiz im Zweiten Weltkrieg verschont wurde. Dies ist natürlich Unsinn und eine völlige Verdrehung der historischen Tatsachen, wie wir spätestens seit dem Bergier-Bericht wissen sollten.

Die Neutralität war und wird nie Schutz vor einem Aggressor sein, wie Belgien, Niederlande, Dänemark, Norwegen, usw. im Zweiten Weltkrieg früh erfahren mussten. Die Schweiz blieb vor allem verschont, weil sie die Bank Nazi-Deutschlands war und das Dritte Reich ausreichend mit Devisen und Kriegsmaterial versorgte sowie Truppen- und Ausrüstungstransporte auf der Nord-Südachse durch den Gotthard zuliess.

Zudem war die Schweiz komplett von Nazi-Deutschland und seinen Verbündeten umschlossen, war also strategisch unbedeutend, solange alles andere funktionierte. Gerade diese Erfahrungen aus dem Zweiten Weltkrieg sollten eigentlich aufzeigen, dass ein starres Festschreiben des Neutralitätsbegriffes in der Verfassung keinen Schutz, aber viele Probleme bringt.

Die RUAG zum Beispiel ist im Simmental ein wichtiger Arbeitgeber. Dies aber nur solange befreundete Staaten sicher sein können, dass auch im Krisenfall aus der Schweiz Munition und Ersatzteile geliefert werden. Ein «Ja» zur Initiative hätte also Auswirkungen bis nach Zweisimmen. , Latterbach