Simmentalbahn durch Busbetrieb ersetzen!
Die Bundesverwaltung hat zuviel studierte, aber zu wenig gescheite Beamte: Nur so ist der Vorschlag, die Simmentalbahn durch einen Busbetrieb zu ersetzen, zu erklären! Hätte man den 1. April, könnte man eine solche Meldung als Witz verstehen, nicht aber in der zweiten Oktoberhälfte. Das Departement von Bundesrätin Leuthardt schafft mit solchen Vorschlägen kaum Vertrauen. Wie seriös sind daher wohl auch die Vorschläge im Energiebereich zu bewerten? Eine Umstellung vom Bahn zum Busbetrieb widerspricht eindeutig der Förderung des öffentlichen Verkehrs. Wie sollen im Winter die vielen Sportler, welche heute mit der Bahn ins Weisse Hochland anreisen, transportiert werden? Die oft verstopfte Simmentalstrasse bietet kaum Platz für zusätzlichen Busbetrieb. Zudem wurden in letzter Zeit Anstrengungen unternommen, mit dem Wegfall von Bahnübergängen (Laubegg) und privaten Übergängen und Bahnhofsanierungen die Simmentalbahn aufzuwerten. Bei einem Busbetrieb wären diese vielen Millionen Franken in den Sand gesteckt. Das Simmental ohne Autobahn ist auf einen leistungsfähigen Bahnbetrieb angewiesen. Wenn man bedenkt, wie viel Geld stadtnahe Bahnprojekte verschlingen – meist finanziert durch die Öffentlichkeit – scheinen Überprüfungen von Bahnlinien wie die Simmentalbahn gerade lächerlich. So wie es in den Randregionen ein Gesundheitsdienst mit Spitälern geben muss, haben Berggebiete auch Anspruch auf einen leistungsfähigen Bahnbetrieb! Hermann Scheiben, Boltigen