Spital Zweisimmen sei Dank!

Halsweh hat wahrscheinlich ein jeder irgendwann in seinem Leben. Dass sich daraus aber eine lebensbedrohliche Situation entwickeln kann, das habe ich bisher so noch nicht hautnah miterlebt. Es war mir schon immer bewusst, dass der Tod das einzig Sichere im Leben ist. Aber so akut auf kompetente und sofortige Hilfe angewiesen zu sein, war mir bisher nicht bewusst.

Am Sonntag, 23. Oktober 2016, gegen 22 Uhr beklagte sich meine Frau plötzlich über zunehmende Atemnot. Wir alarmierten den Notfalldienst. Diese gaben mir die Auskunft, dass es bis zu einer halben Stunde dauern könnte, bis der Rettungswagen an der Lenk im Oberried eintreffen würde. Kurz entschlossen packte ich meine Frau ins Privatauto ein und war innerhalb zehn Minuten vor Ort im Spital Zweisimmen. Dort wurde meine Frau sofort perfekt medizinisch versorgt, intubiert und per Heli nach Thun auf die Intensivpflegestation verlegt. Nach zwei Tagen konnte sie die Intensivstation in Thun bereits wieder verlassen und wurde nach Zweisimmen zurückverlegt, wo sie in allerbesten Händen war. Sie wurde von Ärzten und Pflegepersonal liebevoll im 4er-Zimmer, wo sie mit Bekannten liegen durfte, umsorgt und gepflegt.

Von einigen Leuten bekam ich als Reaktion auf unsere Geschichte zu hören, das Simmental wolle alles. Wir wollten schlussendlich selber hier oben wohnen. Bitte? Wir haben hier keinen McDonald, auch keine Ferrari-Notfallwagen! Wenn sich jeder normale Bürger bis zum Herzstillstand über diese Spital-Misere ärgert, gehen die Defibrillatoren auch aus. Könnten es ja noch mit dem Elektro-Viehhüter probieren. Ein Spital für das Simmental und Saanenland ist gewiss nicht zu viel verlangt, oder will/muss man mit jedem Notfall oder jedem Wintersport-Unfall nach Thun oder Bern?

Ich suche immer noch ein Job als Chauffeur, warum auch nicht als Ambulanz-Fahrer. Wir brauchen das Spital Zweisimmen! Allerherzlichsten Dank noch einmal an das kompetente Team. Ernst Dubi Jun.,

Lenk